1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Hessens längste Autobahnbaustelle wieder frei

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Mücke / Homberg/Ohm (rs/dpa). Endlich freie Fahrt: Die Arbeiten an Hessens bisher längster Autobahn-Baustelle auf der Autobahn 5 sind seit Dienstag offiziell beendet. Der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) und der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick (SPD), gaben die auf rund elf Kilometern sanierte und ausgebaute Strecke zwischen Homberg (Ohm) und Gemünden (Felda) für den normalen Verkehr frei. Während der Bauarbeiten war Tempo 80 vorgeschrieben.

Mücke / Homberg/Ohm (rs). Mit einer intakten Verkehrsinfrastruktur die Ballungsräume verbinden und den ländlichen Raum erschließen: Diesen Vorgaben zur Mobilität wurde mit dem Ausbau der Autobahn Kassel-Frankfurt (A 5) auf einer Länge von 73 Kilometern Rechnung getragen. In diesem Sinne äußerten sich am Dienstag Nachmittag Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Dieter Posch, Hessischer Verkehrsminister, bei der offiziellen Freigabe des letzten Bauabschnittes an der Autobahnanschlussstelle Homberg/Ohm. Damit wurde ein Schlusspunkt unter ein insgesamt 310 Millionen Euro teures Projekt gesetzt, das sich vom Hattenbacher Dreieck im Norden bis zum Gambacher Kreuz im Süden erstreckt. Bei der Erneuerung in neun Abschnitten seit Mitte der 80-er Jahren war durchgängig ein Standstreifen angebaut worden, in Teilbereichen wurde die A5 auch auf drei Spuren ausgebaut. Die mit elf Kilometern längste Baustelle im Bundesland Hessen ist seit Dienstagnachmittag Vergangenheit.

Der Ausbau von Verkehrswegen als Beitrag zum Klimaschutz, diesen Bogen schlug Staatssekretär Kasparick, denn der Verbrauch von Fahrzeugen erreiche durch Stau Höchstwerte. Deshalb sei es richtig gewesen, auf dem 73 Kilometer langen Abschnitt Standstreifen anzubauen und Engpässe zu beseitigen und die Unfallgefahr zu mindern. Insbesondere nach der Wiedervereinigung habe der tägliche Verkehr um über 15 000 Fahrzeuge täglich zugenommen, eine Menge, die eigentlich eine eigene Straße rechtfertige.

Die deutsche Wirtschaft fuße auf zwei wesentlichen Faktoren: der Kombination aus Forschung und Entwicklung und einer ausgefeilten Infrastruktur; zum letzten Punkte gehöre die verkehrliche Erschließung. Gesamtwirtschaftlich bedeute ein besseres Verkehrsnetz auch weniger Unfalltote. Seien es in den 70-er Jahren noch über 24000 gewesen, sei die Zahl der Opfer im Vorjahr auf unter 5000 gesunken. Ein intaktes und leistungsfähiges Straßennetz sei zudem für die Logistikbranche wichtig, sagte Kasparick, speziell in der aktuellen Wirtschaftskrise, die dem Transportgewerbe einen Rückgang um bis zu 20 Prozent beschert habe. Aber es gebe Licht am Ende des Tunnels, machte der Staatssekretär Hoffnung.

Und er wies noch auf den glücklichen Umstand hin, dass das kostenintesive Projekt jetzt abgeschlossen sei, denn in den kommenden Jahren dürften für den Ausbau von Straßen weniger Mittel zur Verfügung stehen. 2009 sei mit rund 11 Milliarden Euro ein Rekordjahr gewesen.

Seit 1982 mit Unterbrechungen im Landtag, konnte sich Hessens Verkehrsminister Dieter Posch an die lange Geschichte des Ausbaues sehr gut erinnern. Zudem war er bei der Grenzöffnung der DDR Staatsminister im Verkehrsministerium gewesen, hatte die Belastung für A4 und A5 hautnah miterlebt, gleichermaßen ihre Bedeutung als verbindendes Element. Posch ordnete die Mobilitätssicherung als Basis für die Wirtschaft ein, und auch der Einzelne profitiere davon, denn in Hinblick auf die Arbeitsplätze werde mehr und mehr Mobilität gefragt. Denn es sei der bundesweite Trend zu elf Metropolen erkennbar, wo sich Arbeitsplätze ballten, die Leute zuziehen würden. Diesen Wandel für den ländlichen Raum zu mildern helfe eine Autobahn als Erschließungsfaktor.

Beim Ausbau der Infrastruktur müsse zudem auf die optimale Ausnutzung vorhandenen Verkehrsraumes gesetzt werden, sagte Posch, wobei Verkehrstelematik im Vordergrund stehe. Auf diesem Sektor sei das Bundesland Hessen federführend. Bislang seien 80 Kilometer so ausgestattet, dass zeitweise der Standstreifen als Fahrspur frei gegeben werden könne. Angestrebt sei diese Technologie auf einer Strecke von 300 Kilometer.

Verkehrsminister Posch bezeichnete sich als Vielfahrer auf der A5, weil sie die Straßenverbindung zwischen Wohnort Kassel und Arbeitsplatz Wiesbaden sei. Deshalb habe er die Entwicklung der vergangenen Jahre gut verfolgen können und auch das wohlmeinende Bemühen des Landesamtes für Straen- und Verkehrswesen, den Autofahrer wegen baubedingten Langsamfahrstellen oder gar Staus um Verständnis und Geduld zu bitten.

Letztlich bat Verkehrsminister Posch auch um Verständnis für die derzeit vielen Baustellen im Land, denn mit den Investitionsprogrammen werde versucht, das Baugewerbe zu stabilisieren. So gesehen bedeute Politik auch manchmal die Quadratur des Kreises.

Auch interessant

Kommentare