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Frankfurt bleibt Pendler-Hochburg – der Hotspot ist aber eine andere Region

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Von: Erik Scharf

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In Hessen pendeln viele Menschen zur Arbeit in eine andere Gemeinde. Eine Statistik schlüsselt auf, wo besonders viele Menschen unterwegs sind – und wer vor der Haustür Geld verdient.

Frankfurt – Hessen ist ein Land der Pendler. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch nun gibt es erstmals auch das passende Zahlenwerk zu dieser These.

Das Statistische Landesamt veröffentlichte am Dienstag (8. November) erstmals Zahlen zu den Arbeitswegen der Hessen. Daraus geht hervor: 1,73 Millionen Menschen pendelten im Jahr 2021 zum Geldverdienen von ihrem Wohnort in eine andere Gemeinde. 1,23 Millionen haben ihren Arbeitsort in der eigenen Gemeinde. Ein deutlicher Unterschied.

Für viele Pendler in Hessen ist der Hauptbahnhof Frankfurt ein Knotenpunkt.
Für viele Pendler in Hessen ist der Hauptbahnhof Frankfurt ein Knotenpunkt. © Ralph Peters/Imago

Pendler in Hessen: Die größten Ströme führen nach Frankfurt, Wiesbaden sowie Darmstadt

Wenig überraschend zog es den überwiegenden Teil der pendelnden Hessen in die Großstädte. Laut dem Statistischen Landesamt schlüsselt sich das auf Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt folgendermaßen auf:

Nach München pendeln die meisten Menschen deutschlandweit nach Frankfurt zur Arbeit, wie eine Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigte. Die absolute Pendler-Hochburg ist allerdings keine Großstadt, vielmehr ist es eine große Bürostadt. 92 Prozent der Menschen, die in Eschborn (Main-Taunus-Kreis) arbeiten, wohnen in einer anderen Gemeinde in Hessen.

Pendler in Hessen: Taunus ist der Hotspot für Berufstätige von Außerhalb

„Die Ergebnisse basieren auf Auswertungen des Wohn- und Arbeitsortes und stellen daher die potenzielle Mobilität der Pendelnden dar“, teilte das Landesamt mit. Überhaupt ist der Taunus der Hotspot in Hessen für Pendler. „Die zweithöchste Einpendelquote hatte Sulzbach im Taunus mit 90 Prozent, danach folgte Kronberg im Taunus mit 89 Prozent“, schreibt das Statistische Landesamt.

Das Gegenteil bilden die Gemeinden Cornberg (Kreis Hersfeld-Rotenburg) und Siegbach (Lahn-Dill-Kreis). In diesem Gemeinden fahren die allermeisten Berufstätigen zur Arbeit über die Gemeindegrenzen hinaus. Jeweils 89 Prozent zeugen von einer hohen Auspendelquote.

Pendler in Hessen: Rund 455.000 kommen zur Arbeit aus einem anderen Bundesland

Insgesamt gab es laut dem Statistischen Landesamt in 64 von 422 Gemeinden in Hessen einen Überschuss an Einpendelnden. 358 Gemeinden verzeichneten dagegen einen Überschuss an Auspendelnden.

Aus den benachbarten Bundesländern pendelten 2021 insgesamt 455.000 Berufstätige zur Arbeit nach Hessen, 321.000 Berufstätige pendelten aus Hessen in ein anderes Bundesland. Damit verzeichnete Hessen insgesamt einen Überschuss an Einpendelnden von 135 000 Personen. (esa)

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