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Heimpleite bei Fan-Rückkehr: Eintracht im Stimmungstief

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Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg
Wolfsburgs Max Kruse jubelt nach dem 0:1. © Sebastian Gollnow/dpa

Viele Spielanteile, aber keine Tore: Frankfurt hadert nach der dritten Heimpleite in Serie. Die Niederlage gegen Wolfsburg bei der Rückkehr der Fans tut besonders weh.

Frankfurt/Main - Die Vorfreude bei Football-Fan Oliver Glasner auf eine spannende Super-Bowl-Nacht mit Chips auf der Fernsehcouch war nach der 0:2-Niederlage gegen seinen Ex-Club VfL Wolfsburg getrübt. „Wir haben zwischen beiden Strafräumen ein richtig gutes Spiel gemacht. Aber dort, wo es zählt, waren wir nicht gut genug. Die zwei Gegentore waren zu einfach und vorne waren wir nicht in der Lage, aus unserer Überlegenheit Kapital zu schlagen“, haderte der Trainer von Eintracht Frankfurt.

Die dritte Heimpleite in Serie bedeutete einen herben Rückschlag für die Hessen im Kampf um einen internationalen Startplatz in der Fußball-Bundesliga. „Die Niederlage ist unnötig. Wir machen aktuell zu viele Fehler, spielen zu oft quer anstatt abzuschließen“, sagte Sportvorstand Markus Krösche. Der 41-Jährige versicherte aber: „An unseren Ambitionen hat sich nichts geändert, auch wenn wir mit einem Sieg einen großen Schritt hätten machen können.“ So steht die Eintracht mit 31 Punkten weiter im Niemandsland der Tabelle.

Gegen Wolfsburg hatten die Hessen klare Feldvorteile. Doch vor dem Tor agierten die Gastgeber zu harmlos. „Das Potenzial und die Spielidee sind da, wir zeigen es aktuell nur zu wenig. Wir sind alle frustriert“, sagte Mittelfeldspieler Djibril Sow. Ähnlich sah es Torwart Kevin Trapp, der kaum etwas zu tun hatte. „Am Ende weiß Wolfsburg vielleicht gar nicht, wie sie gewonnen haben. Wir hatten viele Spielanteile, haben aber keine Tore geschossen. Das war das Manko“, sagte Trapp.

Die Pleite war besonders ärgerlich, durften doch erstmals seit vielen Wochen wieder 10.000 Zuschauer in der Frankfurter Arena dabei sein. „Wir freuen uns, dass Fans wieder im Stadion sein durften, auch wenn es einen Beigeschmack hat, weil wir ihnen keine drei Punkte schenken konnten“, sagte Sow.

Das 0:1 durch einen von Max Kruse (28.) verwandelten Foulelfmeter, den Schiedsrichter Frank Willenborg erst nach Videobeweis gab, brachte die Frankfurter aus dem Rhythmus. Der Schütze war zuvor von Martin Hinteregger, der den verletzten Abwehrchef Makoto Hasebe in der Dreierkette vertrat, an der Strafraumkante umgerannt worden.

„Es war eine 50:50-Situation. Wenn der Schiedsrichter gewusst hätte, dass es im Strafraum war, hätte er wahrscheinlich nicht gepfiffen. So musste er dann auf Elfmeter entscheiden. Das war Glück für uns“, sagte Kruse. Ähnlich bewertete Krösche die Szene. „Das war unglücklich, aber kein Vorwurf an Martin. Er wollte den Zweikampf gewinnen“, sagte der Eintracht-Sportvorstand und resümierte: „Nach dem Rückstand haben wir keine Lösungen mehr gefunden.“ Der zweite Gegentreffer von Dodi Lukebakio (90.+3) hatte nur noch statistischen Wert.

Jetzt müssen die Hessen schnell die Köpfe frei bekommen. Am kommenden Samstag steht die schwere Auswärtsaufgabe beim 1. FC Köln an, dann kommen die Bayern nach Frankfurt. „Es ist schon enttäuschend. Wir waren dominant und stehen am Ende dennoch mit leeren Händen da“, sagte Glasner. Er ist nun auch als Psychologe gefordert. dpa

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