Heimbewohner dürfen Weihnachten mit Familie feiern

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Kassel/Wiesbaden - Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern. Alle Bewohner hätten das Recht, die Einrichtung zu verlassen - sofern keine Quarantäne angeordnet worden sei, sagte Michael Schmidt, Leiter des Arbeitskreises Pflege, Gesundheit und Senioren der Liga der freien Wohlfahrtspflege Hessen. »Insoweit wird es keine Diskussionen geben, wenn Angehörige sagen: Wir möchten Bewohner nach Hause holen. Es gelten aber auch dort die allgemeinen Corona-Verhaltensregeln und Vorgaben.« Die Liga ist ein Zusammenschluss der Wohlfahrtsverbände, die auch Träger vieler Pflegeheime sind. Grundsätzlich dürfen Pflegeheime laut Landesverordnung für Besuche betreten werden. Es muss ein Konzept der Einrichtung vorliegen, wie dies mit dem Infektionsschutz vereinbart werden soll. Die Gesundheitsämter können die Besuche unterbinden, wenn in der Einrichtung Covid-19 ausbricht. Jederzeit in die Heime dürfen Seelsorger, Rechtsanwälte und Notare sowie Angehörige im Sterbefall.

In Hessen gelten wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen ab heute erneut strengere Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus. Die Verlängerung des Teil-Lockdowns ist zunächst bis zum 20. Dezember angesetzt.

Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum: Die Kontakte im öffentlichen Raum werden auf fünf Personen aus zwei Hausständen beschränkt. Dazugehörige Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Bislang waren bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Da Wohnungen ein privater Bereich sind, beschränkt Hessen sich auf die dringende Empfehlung, auch hier die Kontakte in gleicher Weise zu begrenzen.

Maskenpflicht: Es gilt weiterhin Maskenpflicht auf stark frequentierten Straßen und Plätzen unter freiem Himmel, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sichergestellt werden kann. Das gilt insbesondere in Fußgängerzonen. Mund-Nase-Bedeckungen sind ebenfalls in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, zu tragen. Das gilt auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Haltestellen.

Einkaufen: In großen Läden und Einkaufszentren darf ab sofort auf die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche höchstens eine Person je Verkaufsfläche von zehn Quadratmetern und auf die 800 Quadratmeter übersteigende Verkaufsfläche höchstens eine Person je 20 Quadratmeter eingelassen werden. Für kleinere Läden bleibt es bei der bisherigen Regelung: Ein Kunde pro zehn Quadratmeter.

Schulen: Die Regeln für die Schulen ändern sich nicht. Es gilt eine Maskenpflicht außerhalb des Klassenraums, also auf dem Schulhof und in den Gängen, und ab der Klasse 5 auch im Unterricht. Es gibt »Maskenpausen«, wenn gerade gelüftet wird. Strengere Regeln können je nach Infektionszahlen angeordnet werden.

Gastronomie, Veranstaltungen, Freizeit, Kultur, Sport: Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, bleiben zu. Dazuzählen Theater, Schwimmbäder und auch Restaurants. Speisen für den Verzehr zu Hause dürfen aber abgeholt oder geliefert werden. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, bleiben untersagt.

Dienstleistungen: Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios bleiben geschlossen, Friseursalons unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet.

Reisen: Übernachtungsangebote im Inland werden nach wie vor nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke erlaubt. Für Verwandtenbesuche über die Weihnachtsfeiertage will Hessen private Übernachtungen in Hotels ermöglichen.

Weihnachtszeit und Silvester: Mitte Dezember soll über eine neue Corona-Verordnung mit konkreten Regeln für die Zeit über die Weihnachtsfeiertage bis nach Silvester entschieden werden. Geplant ist bislang, vom 23. Dezember bis zum 1. Januar Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis zu zehn Personen zu erlauben. Auch dabei sollen Kinder bis 14 Jahre nicht mitzählen. dpa

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