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Florian Hager

Hager wird neuer HR-Intendant

Frankfurt - Der ARD-Digitalexperte Florian Hager wird neuer Intendant des Hessischen Rundfunks (HR). Der Rundfunkrat der ARD-Anstalt wählte am Freitag den 45-Jährigen in das mächtige Amt des öffentlich-rechtlichen Senders. Derzeit ist Hager stellvertretender ARD-Programmdirektor und ist für die ARD-Mediathek zuständig. Er beginnt im nächsten Jahr. Der amtierende Intendant Manfred Krupp hört im Februar 2022 auf.

Hager steht in der ARD für den digitalen Aufbruch. Er schob zum Beispiel den Aufbau des Gemeinschaftsangebots Funk für jüngere Leute im Netz an.

Er komme mit einem externen Blick, betonte Hager nach der Wahl. »Ich bin nicht angetreten, hier alles umzuwerfen, sondern eher die Dinge, die hier schon entschieden wurden, noch einmal zu verklaren und zu beschleunigen. Das heißt, die erste Phase wird für mich jetzt Zuhören sein, ganz viel Zuhören.«

Dass ein neuer Intendant jetzt feststeht, war kein Selbstläufer. Im Rennen zwischen Hager und der HR-Betriebsdirektorin Stephanie Weber (50) war es sehr knapp zugegangen. Ende Oktober sah der Rundfunkrat in der ersten Wahl mit drei Wahlgängen beide gleichauf - es gab einen Patt. Es war ein zweiter Anlauf nötig, der nun so ausging: Der 45-Jährige setzte sich mit 18 zu 14 Stimmen gegen Weber durch. Hagers Amtszeit wurde auf fünf Jahre festgelegt.

Der digitalaffine ARD-Mann hat in dem Sender große Aufgaben vor sich. Vor allem das Thema Finanzen wird Hager beschäftigen. Nach der Wahl sagte er: »Wir haben ein Riesenthema vor uns.« Der Job des Intendanten beim HR sei im Vergleich zu anderen Anstalten sehr stark finanzgeprägt. »Wir könnten hier viel mehr, wenn wir das Geld hätten. So ist es nicht.«

Wenn man alle ARD-Häuser betrachtet, ist der Hessische Rundfunk kein ganz großer, aber auch kein kleiner Sender. Im HR sind 1700 Mitarbeiter tätig, hinzukommen 940 freischaffende Mitarbeiter.

Hager wird voraussichtlich auch mit einem Thema konfrontiert sein, das der scheidende Intendant Manfred Krupp unlängst erneut ins Blickfeld rückte: Der Finanzausgleich innerhalb der ARD-Anstalten. Man kann sich das Konstrukt wie den Länderfinanzausgleich vorstellen, bei dem finanzstärkere Länder die finanzschwächeren stärken und Geld zuschießen. Bei der ARD bekommen der Saarländische Rundfunk (SR) und Radio Bremen finanzielle Ausgleichszahlungen von den anderen Sendern.

Der HR ist zwar auch ein gebender Sender. In einem dpa-Interview im Oktober äußerte Intendant Krupp zugleich die Befürchtung, dass der Sender in den nächsten Jahren in die Gruppe der Anstalten rutschen könnte, die Finanzhilfen brauchen. »Angesichts der Gesamtgemengelage ist es jedes Mal wieder eine Diskussion, ob der HR nicht Nehmer im Finanzausgleich werden müsste.« Krupp sagte: »Wir werden intern auf ARD-Ebene über die Verteilungsmechanismen reden.« Der Hessische Rundfunk wird zudem in den nächsten Jahren inmitten des sich verändernden Medienkonsums und der Digitalisierung seinen Blick verstärkt auf die Mediathek und digitale Angebote richten. dpa

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