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Große stilistische Vielfalt

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Wetzlar (mfr). »Sehen und Betrachten« ist der diesjährige Titel der Jahresausstellung von Freizeit-Kunstschaffenden, die im Neuen Rathaus zu sehen ist. Die meisten Exponate stammen von der Wetzlarer Gruppe »Form und Farbe«, die von Carola Buschmann geleitet wird.

Wetzlar (mfr). »Sehen und Betrachten« ist der diesjährige Titel der Jahresausstellung von Freizeit-Kunstschaffenden, die im Neuen Rathaus zu sehen ist. Die meisten Exponate stammen von der Wetzlarer Gruppe »Form und Farbe«, die von Carola Buschmann geleitet wird.

Oberbürgermeister Wolfram Dette begrüßte zur Vernissage unter den 60 Gästen die neue Museumsdirektorin Anja Eichler und deren Vorgänger Hartmut Schmidt, der einführende Worte zum Ausstellungsthema beisteuerte.

Er setzte die Ausstellung in die Tradition des Slogans »Stadt der Optik« und berichtete über Erfahrungen vom Bau des »Viseums«. Das komplexe Zusammenwirken von Auge und Gehirn setzte er in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Aus dem Sehen werde Erkennen, was wiederum das Betrachten ermögliche. Diese Vorgänge seien bei der Rezeption von Bildern wichtig. Beispielsweise könne man die »Traumbilder« von Kim Ellen Ratzel nur verstehen, wenn man sie mit der unendlichen Bilderwelt des Unbewussten vergleiche. Auch Gisela Thieles »Afrikabild« erreiche erst seine Wirkung, wenn man Sehnsucht nach dem Ursprünglichen im Exotischen dazugeben.

Tatsächlich demonstrieren die Exponate eine große thematische, stilistische und technische Vielfalt. Joachim Czechs lasziv, erotische Bilder »Mädchen am Wasser« und »Mädchen in Paris« zeigen eine junge Französin, deren Blick vom Betrachter abgewandt ist. Ein echter Blickfang sind - von Renate Bechthold - »Am Strand«, »Der Wartende« und »Die Nachdenkliche«. Zwar bestimmen Melancholie, Depression und Abwesenheit die Grundstimmung, jedoch sind die Konturen der Personen in einem kräftigen Sonnengelb gezeichnet, so dass die Bilder positiv wirken. Die Künstlerin malt seit 30 Jahren und hatte unter anderem bei Anne Held, Dieter Mulch und Paul Klose Unterricht. Eine große Begeisterung für Motorräder sieht man bei Ingrid Pieper. Ein Werk erinnert an den Film »Easy Rider«. Der Blick des am Meer stehenden Fahrers schweift in die Ferne und symbolisiert die Freiheit. Viele Blumen-, Pflanzen- und Landschaftsbilder sind in der Ausstellung zu sehen. Realistisch, phantastisch und abstrakte Malerei überwiegen. - Die Ausstellung ist bis zum 17. Oktober im Neuen Rathauses (Ernst-Leitz-Str. 30) zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. + Di., Do. + Fr. 8 bis 18 Uhr, Mi. 8 bis 17 Uhr.

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