Gospels und klingende Glaubensbekenntnisse

Wetzlar (chl). Den Geist der euphorischen Lobpreisung Gottes nach amerikanischem Vorbild erlebten am Freitagabend rund 2900 Besucher in der Rittal-Arena.

Wetzlar (chl). Den Geist der euphorischen Lobpreisung Gottes nach amerikanischem Vorbild erlebten am Freitagabend rund 2900 Besucher in der Rittal-Arena. Bill und Gloria Gaither, die in den USA als lebende Legende des Southern Gospel und der zeitgenössischen christlichen Musik gelten, hatten zum Auftakt ihrer Europatournee "Gaither & Homecoming Friends 2009" eingeladen. Kleine US-Fähnchen schwingend bejubelte das mehrheitlich evangelikal christlich geprägte Publikum die auftretenden Künstler. Mitunter schienen einige Fans einer Trance verfallen zu sein.

"Homecoming" ist der Titel einer bekannten Konzert- und Video-Serie der Gaithers, zu der sie sich populäre Vertreter der amerikanischen christlichen Musikszene einladen. Entsprechend traten bei dem über dreistündigen Konzert - allein die erste Halbzeit dauerte zwei Stunden - musikalische Gäste auf, die die Zuhörer mit ihrer charismatischen Ausstrahlung mitzureißen wussten.

Die "Gaither Vocal Band", bei der neben Bill Gaither unter anderem auch der vor allem vom jüngeren Publikum umschwärmte David Phelps mitsang, gestaltete das Programm genauso mit wie das Vokalquartett "Ernie Haase & Signature Sound", die Sängerin Janet Paschal, die afro-amerikanische Gospelsängerin Lynda Randle, der Sänger und Gitarrist Buddy Greene, der Pianist Gordon Mote sowie eine Begleitband. Inhaltlich waren die Lieder, die stilistisch vom weißen Gospel genauso geprägt waren wie von Soul, Funk, Country und Popmusik, durchweg dem Glaubensbekenntnis und der Lobpreisung verschrieben.

Da viele Song dem Publikum bekannt waren, war es eingeladen mitzusingen. Das sporadische Aufstehen und das Hände in die Höhe strecken sprach von zelebrierter Hingabe. Unumstritten war die musikalische Leistung äußerst professionell. Besonders die agile und gesanglich köstliche Darbietung von "Ernie Haase & Signature Sound" gefiel. Die vier jungen Herren bestachen mit einem ausgefeilten mehrstimmigen oftmals swingenden Satzgesang, wobei die extrem sonore Bassstimme Tim Duncans dem Ganzen eine besondere Note verpasste. Aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, aus Frankreich und sogar von den Färöer-Inseln seien Zuhörer zum Auftakt-Konzert nach Wetzlar angereist, versichert Veranstalter Ralf Wieland (Mara Concerts).

Und warum ausgerechnet Wetzlar? Nach dem ausverkauften Konzert im vergangenen Jahr in der Siegerlandhalle habe man nun eine etwas größere Halle gesucht und mit der Rittal-Arena gefunden, so Wieland weiter und fügt als weiteren Grund hinzu: "Wetzlar ist ein christliches Zentrum". Schließlich bilden das Siegerland mit Siegen und Mittelhessen mit Wetzlar einen Ballungsraum evangelischer und freikirchlicher Gemeinden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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