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Goldener Auftakt

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Von: Redaktion

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Der Hessentag in Korbach beginnt. Zehn Tage lang wird nun in der nordhessischen Hansestadt gefeiert. Zum Auftakt gibt es eine Überraschung aus heiterem Himmel.

Der 58. Hessentag ist eröffnet. In den kommenden zehn Tagen werden 750 000 Menschen in der Hansestadt Korbach erwartet. Tausend Veranstaltungen sind geplant, viele davon kostenlos für die Besucher. Zum Auftakt gestern gab es bereits zahlreiche Aktionen und Konzerte. Erster Höhepunkt war am Abend das Konzert mit der Band Sunrise Avenue in der Continental-Arena vor 15 000 Menschen.

Ein Knall – und glitzernder Konfettiregen rieselte auf Hunderte Zuschauer vor dem Korbacher Rathaus nieder: Mit dieser Überraschung drückte der Gastgeber, dem Landesfest seinen Stempel auf. Denn Korbach hat nach eigenen Angaben die größte Goldlagerstätte Deutschlands.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gab am Freitagnachmittag den offiziellen Startschuss für das Landesfest. »Der Hessentag ist für uns alle immer eine ganz besondere Zeit. Korbach ist in den kommenden zehn Tagen die heimliche Hauptstadt und das Schaufenster unseres Landes«, sagte Bouffier unter Applaus. »Die Besucher können hautnah erleben, wie stark und liebenswert die ländlichen Regionen in Hessen sind.«

Freiwillige Helfer

Der Hessentag erzeuge in der 24 000-Einwohner-Stadt ein Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl – die ganze Bevölkerung packe mit an, zahlreiche freiwillige Helfer seien unermüdlich im Einsatz, erklärte Bouffier weiter. Das Fest dauere zehn Tage, wirke aber für Jahrzehnte. Damit spielte der Ministerpräsident auf die Zuschüsse für Korbachs Infrastruktur an. Unter anderem sind die Fußgängerzone und das Bahnhofsareal neu gestaltet worden, nach dem Hessentag wird das Rathaus neu gebaut: »Die Stadt erfindet sich neu«, sagte Bouffier.

»Der Hessentag hat bereits im Vorfeld tolle Impulse gegeben«, sagte auch Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich (parteilos), der sich auf die Festtage in der Hansestadt freut. Landrat Dr. Reinhard Kubat verband das Landesfest mit der Botschaft: »Waldeck-Frankenberg ist ein schönes Fleckchen Erde, hier lohnt es sich zu leben.«

Davon können sich die Besucher zum Beispiel bei einem Gang über die Hessentagsstraße überzeugen. Diese führt fast einmal durch das Fachwerkstädtchen. Mit 2,4 Kilometern Länge ist man von einem Ende zum anderen aber auch mehr als eine Viertelstunde unterwegs.

Die Vorzeichen für einen erfolgreichen Hessentag standen bei der Eröffnung gut: Bei sonnigem und sehr warmen Wetter strömten bereits am Nachmittag viele Besucher die Ausstellungen. Große Verkehrsprobleme gab es zum Start nicht. Die Korbacher Innenstadt war allerdings für auswärtige Autos gesperrt worden. Betonklötze verhinderten die Zufahrt zur Hessentagsstraße. Thomas Ranft vom Hessischen Rundfunk moderierte die Eröffnungsfeier auf dem Rathausvorplatz, zu der auch Vertreter aus Politik, Verwaltung, Polizei, Kirche und anderen Institutionen eingeladen waren.

Bei Tonproben der später am Abend auftretenden Band Sunrise Avenue bildeten sich vor dem Zaun an der Continental-Arena sehr schnell Trauben von jungen Mädchen, die ihre Handys über den Zaun hielten, um ein Video von den Musikern zu machen – bis die Veranstalter den Sichtschutz höher hingen.

Kritik der GEW

Kein Thema war bei der Eröffnung die Kritik im Vorfeld des Landesfestes: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte die Bundeswehrausstellung auf dem Festgelände kritisiert und Schulen dazu aufgerufen, von Klassenfahrten abzusehen. Der Bund der Steuerzahler hatte den Hessentag als »völlig überdimensioniert« und zu teuer bezeichnet. (Fotos: Dämmer/Rösner/Renner/pm)

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