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Glück im Unglück: Die Unwetterbilanz in Mittelhessen

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Für Dienstag waren in Mittelhessen unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Hagel und heftigem Wind angekündigt. Die Bilanz am Tag danach fällt dennoch einigermaßen glimpflich aus.

Ab dem Mittag zogen am Dienstag Unwetter infolge der Hitzeperiode der vorausgegangenen Tage über die Städte und Gemeinden in Mittelhessen. Die Bilanz: Örtlich eine Menge Hagel, viel Regen, einige umgekippte Bäume und vollgelaufene Keller sowie Stromausfälle.

Während der Landkreis Gießen nahezu unbeschadet davon kam, waren die Auswirkungen im Wetterau- und Vogelsbergkreis schon deutlicher zu spüren. 120 Einsätze in der südlichen Wetterau In der südlichen Wetterau musste die Feuerwehr laut Leistelle zu rund 120 Einsätze ausrücken. Nach kurzen, aber heftigen Regenschauern, teilweise auch mit Hagel, liefen vor allem in Ober-Wöllstadt, Rodheim, Karben und Petterweil mehrere Keller voll. In Bad Nauheim musste die Feuerwehr Wasser aus einer Drogerie in der Innenstadt pumpen; in der Ludwigstraße war ein großer Ast auf einen Audi gestürzt während der Schlamm die Parkstraße herunter floss. In Petterweil knickte ein Baum um und fiel auf das Flachdach eines Hauses samt angrenzendem Schuppen. Das Wasser lief in die Wohnung; ein Dachdecker musste die Schäden provisorisch abdecken. Noch während des Einsatzes wurde die Feuerwehr Karben zu einer dringenden Türöffnung für den Rettungsdienst alarmiert. »Hier konnte das Leben eines Mannes gerettet werden«, teilt Stadtbrandinspektor Christian Becker mit. Die restliche Wetterau bleib weitgehend verschont. Nur in Kefenrod  im Ostkreis gab es einzelne Sturmschäden. Vogelsbergkreis: Kirtorf und Antrifttal besonders betroffen Im Vogelsbergkreis waren vor allem die Stadt Kirtorf und die Gemeinde Antrifttal betroffen. Örtlich hagelte es heftig, im Kirtorfer Stadtteil Arnshain bildete sich eine 20 Zentimeter hohe Hagelschicht auf der Kasseler Straße. Zudem stürzten viele Bäume um, so unter anderem auf den Straßen zwischen Kirtorf und Wahlen, Kirtorf und Arnshain, Ruhlkirchen und Arnshain sowie Ruhlkirchen und Bernsburg. Zur Beseitigung der umgestürzten Bäume war die Feuerwehr im Einsatz, mit Motorsägen schnitten die Feuerwehrleute die Bäume von den Fahrbahnen. Zur Beseitigung des Hagels in Arnshain rückte neben der Feuerwehr auch ein Landwirt mit Frontlader an. Stromausfälle meist schnell beseitigt Ab etwa 13.30 Uhr schlugen sich die Auswirkungen der Gewitter auch in Teilen des elektrischen Netzes der Ovag nieder, wie der Versorgungsbetrieb am Mittwoch in einer Pressemitteilung meldete. Zuerst war demnach der Bereich Friedberg-Ockstadt betroffen, wenige Minuten später folgte Friedberg-Bruchenbrücken. In Burgbracht bei Kefenrod hat der Sturm einen Baum zum Umsturz gebracht, der dabei eine Mittelspannungsfreileitung berührte. Gegen 17.30 Uhr kam es zu einem Ausfall im Bereich Mücke-Flensungen sowie zwischen Unter Seibertenrod und Stumpertenrod. „Alle betroffenen Gebiete konnten bereits nach spätestens drei Minuten wieder versorgt werden“, lässt sich Thomas Seipp, Abteilungsleiter Bau und Betrieb bei der ovag Netz AG, in der Pressemitteilung zitieren. Lediglich in Klein-Eichen, Lardenbach, Seenbrücke und Weickartshain hätten die Verbraucher zwischen 28 und 55 Minuten auf ihren Strom verzichten müssen. Der Grund: Hier waren gleich mehrere Isolatoren beschädigt. Kleinere Schäden hätte es außerdem durch Blitzeinschläge zwischen Unter-Seibertenrod und Flensungen gegegeben. „Dort wurden Isolatoren beschädigt, die wir heute am Mittwoch auswechseln“, sagte Seipp. Außerdem sei in Stumpertenrod ein Transformator auf einem Betonmast beschädigt worden.

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