Muhammets Eltern Yavuz (r.) und Sennur Dönmez hatten keinen Erfolg mit ihrem Gang vor das Gießener Landgericht. 	(Archivfoto: dpa)
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Muhammets Eltern Yavuz (r.) und Sennur Dönmez hatten keinen Erfolg mit ihrem Gang vor das Gießener Landgericht. (Archivfoto: dpa)

Gericht: Muhammet kommt nicht auf Herz-Warteliste

Gießen (dpa/kw). Das Universitätsklinikum Gießen muss den zweijährigen Muhammet Eren Dönmez nicht auf die Warteliste für ein Spenderherz setzen. Das hat das Landgericht Gießen am Freitagmorgen entschieden. Die Eltern wollen dagegen Berufung einlegen.

Das Gießener Gericht bestätigte das Vorgehen der behandelnden Ärzte, die den Jungen wegen eines schweren Hirnschadens für nicht transplantierfähig halten. Diese Einschätzung sei nicht zu beanstanden, hieß es in der Urteilsbegründung. Eine Diskriminierung Behinderter liege nicht vor.

Eben diese Frage habe die Zivilkammer nicht ausreichend geklärt, meinte Dr. Oliver Tolmein, Anwalt der Familie, im Gespräch mit der GAZ. Daher werde man Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt einlegen.

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Die Eltern hatten mit einer einstweiligen Verfügung erreichen wollen, dass ihr Sohn auf die Liste für ein Spenderherz kommt. Sie waren im Frühjahr für eine Behandlung eigens aus der Türkei nach Deutschland gekommen.

Ob Muhammet nun in Gießen bleibt und welche medizinischen Maßnahmen nun folgen könnten, werde man mit den Eltern besprechen, sagte Klinikumssprecher Frank Steibli nach der Entscheidung.

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