+

Gemeinnützige Tätigkeit soll Flüchtlinge fit für Arbeitswelt machen

Mitarbeit in der eigenen Unterkunft oder draußen in Vereinen: Die schwarz-rote Bundesregierung will Asylbewerbern mit 80-Cent-Jobs den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Das Programm wird auch in Hessen umgesetzt. Freiwillig ist es allerdings nicht.

Wiesbaden (dpa/lhe). Flüchtlinge sollen künftig auch in Hessen mit gemeinnützigen Tätigkeiten auf das Berufsleben vorbereitet werden. Dazu gehörten beispielsweise die Essensausgabe in Unterkünften, die Pflege von Grünanlagen oder die Mitarbeit in Vereinen, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Montag in Wiesbaden. Die Tätigkeiten ähneln den Ein-Euro-Jobs für Hartz-IV-Empfänger, die Flüchtlinge erhalten nach dem Integrationsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung aber nur 80 Cent pro Stunde.

Ihr Einsatz sei auf sechs Monate begrenzt, sagte der Leiter der hessischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin. Zugleich würden ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ermittelt und registriert, um ihre Integration in den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Der Bund stellt Hessen für das Programm in diesem Jahr rund 5,5 und 2017 rund 16,6 Millionen Euro zur Verfügung. Wird die Tätigkeit einem Asylbewerber angeboten, ist er verpflichtet, sie anzunehmen. Als Sanktion sei es möglich, Geldleistungen in Sachleistungen umzuwandeln, sagte Grüttner. Das Programm gilt für arbeitsfähige Flüchtlinge, die mindestens 18 Jahre alt sind, deren Asylverfahren noch läuft und die nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen.

Die Regionaldirektion geht davon aus, dass in Hessen Tätigkeiten für bis zu 3700 Flüchtlinge geschaffen werden können. Insgesamt warteten im Land drei bis vier Mal so viele Menschen auf eine Entscheidung ihres Verfahrens, sagte Martin. Doch nicht alle entsprächen den Kriterien für die 80-Cent-Jobs. Dabei soll es sich um zusätzliche Tätigkeiten bei Kommunen oder gemeinnützigen Trägern handeln, die privaten Unternehmen keine Konkurrenz machen. Bundesweit sollen 100 000 solcher Jobs entstehen.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare