Fünf Tote bei Unfall im Taunus

Heidenrod/Wiesbaden (dpa/lhe). Beim schwersten Autounfall in Hessen seit Jahren sind im Taunus fünf Menschen ums Leben gekommen. Auslöser war vermutlich das riskante Überholmanöver eines Fahrers, der nach der Tragödie zunächst flüchtete.

Ein entgegenkommender Wagen hatte ihm auszuweichen versucht und war frontal in einen Lastwagen geprallt. Inzwischen konnte die Polizei den mutmaßlichen Verursacher festnehmen. Der rote BMW eines 39-Jährigen sei am Donnerstagnachmittag sichergestellt worden und werde auf Spuren untersucht, teilte die Polizei in Wiesbaden mit. Es werde noch ermittelt, ob der Mann tatsächlich am Steuer saß.

Der Unfall ereignete sich am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr auf der Bundesstraße 260 zwischen Nassau und Bad Schwalbach. Der BMW-Fahrer war Richtung Wiesbaden unterwegs und überholte beim Ort Heidenrod-Mappershain einen Transporter der Straßenverkehrsbetriebe. Das Manöver brachte ein entgegenkommendes Auto aus Offenbach, das mit mindestens fünf Personen besetzt war, in Bedrängnis.

Der Wagen geriet ins Schleudern und prallte auf der Gegenfahrbahn frontal gegen den Lkw. Nach Polizeiangaben starben vier Insassen noch an der Unfallstelle. Eine fünfte Person wurde aus dem Wrack befreit und ins Krankenhaus geflogen, wo sie später starb. Auch der Fahrer des Transporters wurde verletzt in eine Klinik gebracht.

Mehrere Zeugen beobachteten den Unfall. Den Rettungskräften bot sich an der Unfallstelle ein fürchterliches Bild. Es war zunächst nicht einmal erkennbar, wie viele Personen in dem völlig zerstörten Pkw-Wrack saßen. »Mit fünf Toten, das ist natürlich ganz schrecklich«, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Psychologen und Notfallseelsorger waren vor Ort.

Die hügeligen Bundesstraßen über den Taunus ins Hinterland sind vielbefahrene Pendlerstrecken und gelten als gefährlich. »Diese langen Gerade – wenn dann Leute überholen!«, sagte der Sprecher. Die B 260 war bis in den Nachmittag gesperrt. »Die Toten sind aus dem Fahrzeug geborgen«, berichtete die Polizei.

Um den Unfallhergang zu rekonstruieren, wurden Spezialisten herbeigerufen. Die Polizei setzte auch einen Hubschrauber ein.

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