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Förderverein Römerforum hofft auf Unterstützung

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Lahnau (so). Die Freunde und Förderer des Römerforums Waldgirmes sind in Sorge: Sie befürchten, dass Waldgirmes auf der Landkarte der Archäologie in Hessen bestenfalls als kleiner Punkt auftaucht und nicht so gewürdigt wird, wie es den seit bald 20 Jahren währenden Forschungen und vor allem den zutage geförderten Ergebnissen angemessen ist.

Denn außer »freundlichem Schulterklopfen« und Worten der Ermunterung habe es noch zu wenig Unterstützung gegeben seitens des Landes respektive der Landesarchäologie. Das wurde vom Geschäftsführer des Fördervereins Römisches Forum, Peter Schepp, Vorstandmitglied Heinz Rauber und Bürgermeister Eckhard Schultz dem SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel vorgetragen, als dieser mit der designierten Bundestagskandidatin Dagmar Schmidt das Römerforum besuchte. Nun drängt die Zeit, um wenigstens ein erstes Präsentationsgebäude zu bauen.

Verein und Gemeinde haben, angeregt von der Landesarchäologie, eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die aufzeigt, wie die einstige Römische Stadt an der Lahn präsentiert werden kann. Die große Lösung käme auf 17,5 Millionen Euro. Auch in Etappen über Jahre hinweg schwer zu stemmen; für die Akteure vor Ort ohne Unterstützung gar nicht.

In dem Wissen darum strebt man wenigstens den Bau eines Präsentations-Pavillons an in der Größenordnung von 400 000 bis 500 000 Euro. Denn: Die Besucherzahlen steigen, aus der ganzen Republik kommt fachkundiges und interessiertes Publikum. Eine Anbindung an den Lahn-Radweg und die Lahn als (Boots-)Wanderweg ist überdies leicht machbar. Die Gemeinde hat zudem bereits Grundstücke erworben und Notwendiges raumplanerisch vorbereitet.

Denn: Waldgirmes gilt in der Fachwelt als überaus bedeutend für die Interpretation einer ganzen Zeitspanne. Die zivile Stadtgründung ist der Beweis, dass Rom versuchte, den Raum zwischen Rhein und Elbe zu einer römischen Provinz zu machen. Das erläuterte Grabungsleiter Dr. Armin Becker, der auch darauf verwies, dass die über 13 Jahre wähenden Grabungen (beendet 2010) als Langfrist-Projekt von der Deutschen Forschungsgesellschaft gefördert wurden.

Aber: In der dezentralen Konzeption der Umstrukturierung der Hessischen Archäologie »Hessen Archäologie 21« komme Waldgirmes gar nicht vor, beklagt etwa Heinz Rauber. Ärgerlich zudem für den Förderverein und die Gemeinde: Der bei Waldgirmes in einem römischen Brunnen gefundene bronzene Pferdekopf, das wohl berühmteste Fundstück, gilt als fertig restauriert und sollte eigentlich am 24. September präsentiert werden, so Geschäftsführer Schepp. Doch Verein und Gemeinde seien in keiner Weise eingebunden. Aus Lahnau wurde gleichwohl deutlich nachgefragt, das wertvolle Stück am Fundort auszustellen. Mittlerweile ist der Termin auf 2013 verschoben, Landesarchäologe Prof. Egon Schallmayer habe Lahnau gebeten, Vorschläge zu unterbreiten. Geschäftsführer Schepp: »Das machen wir!«

Der Bau des Präsentationgebäudes mit Kosten in der Größenordnung von 400 000 bis 500 000 Euro drängt jetzt derweil: Denn dafür sind Fördermittel aus dem LEADER-Programm beantragt, gerechnet wird mit rund 150 000 Euro. Allerdings ist die weitere Finanzierung nicht gesichert: Die Gemeinde kann es laut Bürgermeister allein nicht schultern, 2013 läuft das LEADER-Programm für den Lahn-Dill-Kreis aus, Sponsoren sind noch einzuwerben.

Auch der frühere Regierungspräsident Wilfried Schmied (CDU), dem das Römerforum als Vorstandsmitglied des Fördervereins ebenfalls am Herzen liegt, macht sich dafür stark: »Wir müssen einen Weg finden, diese relativ bescheidene Summe von 400 000 bis 500 000 Euro bereitzustellen. Dazu brauchen Verein und Gemeinde aber Unterstützung.«

Thorsten Schäfer-Gümbel will sich einsetzen und sagte zu, in Wiesbaden umgehend für das Vorhaben werben zu wollen. Sein Argument, ungeachtet der sehr wohl bekannten knappen Kassenlage des Landes: Hessen stecke 200 Millionen Euro in die Sanierung der Kasseler Museumslandschaft – da stimmten die Verhältnismäßigkeiten nicht mehr. (Foto: so)

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