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Flottes Polizeiboot soll für Sicherheit sorgen

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Wiesbaden (dpa/lhe). Mit einer traditionellen Schiffstaufe hat die hessische Wasserschutzpolizei am Freitag in Wiesbaden ihr modernstes Streifenboot in Dienst gestellt.

Als »Schmuckstück« lobte Innenminister Boris Rhein (CDU) die 15,6 Meter lange und technisch hochgerüstete »Hessen 8«. Sie soll auf 100 Kilometern des Rheins und in der Mündung des Mains auf Streife gehen. Nach einer neuen Vereinbarung wollen sich die Länder Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Patrouillen aufteilen.

»Der Rhein ist die wichtigste internationale Wasserstraße«, sagte Werner Velten, Leiter der 109 Mann starken hessischen Wasserschutzpolizei. Jährlich wird der Strom von 70 000 Tank-, Güter- und Fahrgastschiffen befahren, hinzu kommen unzählige Sportboote.

Zu den Aufgaben der »Hessen 8« gehöre es, gefährliche Transporte zu überwachen, Umweltstraftaten aufzuklären, Sondereinsatzkommandos der Polizei zu unterstützen und bei Unglücksfällen zu helfen, sagte Rhein. Auf dem Boot solle auch Polizeinachwuchs ausgebildet werden.

Auch wenn das nächste Meer 400 Kilometer entfernt liegt, wurden am Rheinufer in Mainz-Kastel doch alle Traditionen der christlichen Seefahrt gewahrt. »Ich taufe dich auf den Namen »Hessen 8« und wünsche dir und deiner Besatzung allezeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel«, sagte Taufpatin Tanja Raab-Rhein, die Frau des Innenministers. Dann ließ sie eine Flasche Sekt am neuen Boot zerschellen. Mit lautem Tuten der Sirenen begrüßten alle Schiffe im Umkreis den Neuling, der bunt über die Toppen geflaggt war.

Auch mit kirchlichem Segen wurde das Boot versehen. Der Polizeiseelsorger Joachim Michalik erinnerte die Besatzung daran, wie riskant und ernst ihre Arbeit sein kann. »Von diesem Boot aus werden auch Tote geborgen werden«, sagte er und wünschte den Wasserschutzpolizisten allezeit eine glückliche Heimkehr.

Die »Hessen 8« wurde vom Mainzer Polizeiboot »Rheinland-Pfalz 4« zu der Zeremonie geleitet. Bislang seien die Wasserschutzpolizisten von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nur auf ihrer jeweiligen Uferseite Streife gefahren, sagte Rhein. Das sei Doppelarbeit gewesen. »Wir wollen, dass künftig ein Boot unabhängig vom Bundesland Polizeiaufgaben wahrnimmt.« Auf diese Weise sparten alle. Die Kooperation soll auch auf andere Flüsse ausgedehnt werden. Auch das Saarland ist an der Vereinbarung beteiligt.

Das 27 Knoten schnelle neue Boot, gebaut auf der Siemer-Werft in Barßel in Ostfriesland, hat eine umfangreiche Navigationsausstattung. Eine Gasmeldeanlage misst explosive Gase in der Luft, eine Wärmebildkamera hilft bei der Suche nach Vermissten. Als letztes Teil der Ausrüstung überreichte Werft-Geschäftsführer Alexander Siemer den hessischen Polizisten eine neue Schiffsglocke.

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