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Ein »Flammeninferno« an Heiligabend

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Ober-Mörlen (lk). Der Familiengottesdienst in der evangelischen Kirche in Langenhain-Ziegenberg wird an Heiligabend um kurz nach 17 Uhr von heulenden Sirenen unterbrochen. Nur wenige Hundert Meter vom Gotteshaus entfernt steht eine Scheune im dicht bebauten Ortskern in Flammen.

Die Hitzeentwicklung ist enorm, Fenster platzen, die Regenrinne eines Nachbargebäudes schmilzt. Rund 60 Wehrleute aus Langenhain, Ober-Mörlen und Bad Nauheim rücken an. Sie können das Feuer zügig löschen. An der Scheune entsteht ein Schaden von rund 200 000 Euro, verletzt wird niemand.

Augenzeugen des Brandes sprechen von einem »Flammeninferno«. Auch zwei Tage nach dem Feuer ist die Betroffenheit im Dorfkern groß.

Gegen 17 Uhr hatte ein Nachbar der Scheunenbesitzer das Feuer bemerkt und Alarm geschlagen. Der Mann war auf dem Weg zum Gottesdienst, hatte sich aber glücklicherweise in der Uhrzeit geirrt, verriet eine Anwohnerin gestern. »Ein Teil der Einsatzkräfte kam direkt aus der Kirche«, sagte Markus Peukert, Ober-Mörlens Vize-Gemeindebrandinspektor, auf Anfrage dieser Zeitung. Die Langenhainer Wehrleute seien durch das Heulen der Sirenen alarmiert worden, zudem habe man die Brandschützer aus Bad Nauheim und Ober-Mörlen über ihre Piepser um Hilfe gebeten.

Die Bad Nauheimer Wehrleute rückten mit der Drehleiter an, auch gingen vier Trupps – ausgestattet mit Atemschutzgeräten – in das brennende Gebäude. Bereits gegen 20.30 Uhr war das Feuer gelöscht. Wehrleute aus Langenhain stellten bis in die Nachtstunden die Brandwache.

Laut Polizeiangaben ist das Feuer aus noch unbekannter Ursache vermutlich im mittleren Bereich der Scheune ausgebrochen und hat sich dann auf den Dachstuhl ausgeweitet. Die Flammen griffen teilweise auf benachbarte Wohnhäuser und eine Garage über. Die Bewohner der umliegenden Häuser konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Scheune brannte bis auf die Grundmauern nieder. Sie gilt laut Polizei als einsturzgefährdet. Die angrenzende Straße blieb vorerst gesperrt.

Gemeindebrandinspektor Michael Schäfer leitete den Einsatz. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

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