Mit Flammen gegen Drogen

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Biebesheim/Wiesbaden (dpa/lhe). Die unspektakulären blauen Säcke in der Verbrennungsanlage für Sonderabfall im südhessischen Biebesheim sehen aus wie Restmüll nach einem Umzug. Der Inhalt der 42 Bündel mit einem Gesamtgewicht von 466 Kilogramm hat aber wahrscheinlich einen Wert von mehreren Hunderttausend Euro: In den Säcken schlummern die Drogen, die in den vergangenen zwölf Monaten im Rahmen von Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden sichergestellt wurden. Bei den Experten in Biebesheim wird alles unter Aufsicht der Ermittler in einem Spezialofen bei Temperaturen von 1200 Grad vernichtet.

Biebesheim/Wiesbaden (dpa/lhe). Die unspektakulären blauen Säcke in der Verbrennungsanlage für Sonderabfall im südhessischen Biebesheim sehen aus wie Restmüll nach einem Umzug. Der Inhalt der 42 Bündel mit einem Gesamtgewicht von 466 Kilogramm hat aber wahrscheinlich einen Wert von mehreren Hunderttausend Euro: In den Säcken schlummern die Drogen, die in den vergangenen zwölf Monaten im Rahmen von Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden sichergestellt wurden. Bei den Experten in Biebesheim wird alles unter Aufsicht der Ermittler in einem Spezialofen bei Temperaturen von 1200 Grad vernichtet.

Was für Betriebsleiter Marcus Blum routiniertes Alltagsgeschäft ist, bedeutet für die Ermittler aus Wiesbaden einen Transport unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Neben den Mitarbeitern aus der Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft begleiten Einsatzkräfte aus dem Polizeipräsidium Westhessen den Transport mit der heißen Ware. Einmal im Jahr geht es nach Biebesheim. Vorher wird alles, was in den Strafverfahren aufgelaufen ist, bis zu dem Transport in sechs gut gesicherten Räumen im Wiesbadener Justizzentrum gelagert.

Neben einer Vielzahl an Betäubungsmitteln, die in der Asservatenkammer in verschließbaren Plastiktüten aufbewahrt werden, sind es auch Werkzeuge wie Drogen-Waagen, Waffen, Laptops oder Handys. Auch diese Beweismittel mit Schadstoffpotenzial werden bei der HIM GmbH in Biebesheim entsorgt. Unter den Drogen befinde sich nahezu die gesamte Bandbreite dessen, was auf der Straße und in der Szene konsumiert wird, berichtet Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn: Marihuana, Kokain, Heroin, Crack, Amphetamine.

Die Betäubungsmittel werden zusammen mit anderen gefährlichen Abfällen vollständig verbrannt. Auch die dabei entstehenden Gase werden nach Angaben von Betriebsleiter Blum so sauber gereinigt, dass sie an die Umwelt abgegeben werden können. Nach der Behandlung in einem zylindrischen sogenannten Drehrohrofen bei 1200 Grad kommen die Reste auch noch in eine Nachbrennkammer mit rund 1000 Grad, sodass alles vollständig vernichtet wird.

In Hessen blieb die Rauschgiftkriminalität 2018 auf gleichbleibendem Niveau. 27 323 Fälle wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik registriert und damit etwas weniger als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote stieg leicht von 88,5 auf 90,5 Prozent. Brennpunkt für den Drogenumschlag ist in Hessen der Frankfurter Hauptbahnhof. Zudem nehme der Handel im Darknet speziell über Handelsplattformen immer mehr zu, erklärt Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Das führt nach Angaben des Ministeriums und von Oberstaatsanwalt Kuhn dazu, dass vermehrt in Packstationen Lieferungen mit Betäubungsmitteln sichergestellt werden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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