Ertrunkene Kinder: Brisanter Brief löst Ermittlungen aus

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Neukirchen/Marburg- Im Fall der mutmaßlichen Falschaussage zugunsten eines verurteilten Bürgermeisters wegen ertrunkener Kinder rechnet die Staatsanwaltschaft mit längeren Ermittlungen. Bei den Durchsuchungen seien am Mittwoch umfangreich Beweismittel sichergestellt worden, sagte Oliver Rust von der Staatsanwaltschaft Marburg am Freitag auf Anfrage.

Ermittelt wird gegen sechs Personen wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage und versuchter Strafvereitelung. Sie sollen zugunsten des Neukirchener Bürgermeisters Klemens Olbrich (CDU) vor Gericht gelogen haben.

Der Rathauschef wurde im Februar zu seiner Geldstrafe unter Vorbehalt verurteilt. Ihm wurde fahrlässige Tötung vorgeworfen. Das Amtsgericht Schwalmstadt sah es als erwiesen an, dass Olbrich gegen die Verkehrssicherungspflicht für einen Dorfteich im Ortsteil Seigertshausen verstoßen habe. Durch einen Zeugen wurde nach der Verurteilung ein Schreiben einer Versicherung aus dem Jahr 2014 bekannt. In der Risikoanalyse sei auf die Gefahren des Teiches hingewiesen und empfohlen worden, das Gelände einzuzäunen. Dieses Schreiben sei sowohl bei der Versicherung in Wiesbaden als auch im Neukirchener Rathaus gefunden worden, sagte Rust.

Im Prozess am Amtsgericht Schwalmstadt gaben Zeugen aber an, keine Kenntnis davon gehabt zu haben. dpa

Quelle: Gießener Allgemeine

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