Ermittler rätseln weiter über Tod von drei Babys

Gießen/Langgöns (dpa/agl). Rund drei Monate nach dem Fund von drei Babyleichen in der Kerngemeinde Langgöns ist der Fall noch immer nicht gelöst. »Wir warten auf das Ende der medizinischen Untersuchungen«, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Gießen. Die Ermittlungen zur Todesursache sind deshalb so langwierig, weil die kleinen Leichen stark verwest sind.

Die beiden Jungen und ein Mädchen waren Ende April in Camping-Kühlboxen gefunden worden. Diese standen lange Zeit unentdeckt im Keller eines Mehrfamilienhauses (Foto) und in einer Garage. Gefunden wurden sie erst, als die Wohnung der Mutter aufgelöst wurde.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau wegen des Anfangsverdachts eines dreifachen, vorsätzlichen Tötungsdeliktes. Sie hatte ausgesagt, ihre Kinder seien tot zur Welt gekommen. Bereits zu Beginn der umfangreichen Ermittlungen hatte die Justizsprecherin erklärt: »Es wird schwierig.«

Weiteres Kind in Haft geboren

Als die drei Leichen im April gefunden wurden, verbüßte die Frau gerade eine Haftstrafe wegen Betrugs. Während dieser Zeit brachte sie ein weiteres Kind zur Welt. Wie der von ihr getrennt lebendeEhemann der damals 40-Jährigen Ende April im Gespräch mit dieser Zeitung mitteilte, ist sie auch Mutter weiterer lebender Kinder. So habe die ursprünglich aus Gießen stammende Frau zwei jugendliche bzw. junge erwachsene Söhne aus einer früheren Beziehung, einen gemeinsamen Sohn mit dem Ehemann und eben das neu geborene Kind. Hinzu kommen die drei tot aufgefundenen Babys, die höchstwahrscheinlich Kinder der Frau sein dürften, und eine Tochter. Von deren Existenz habe der Ehemann eigener Aussage zufolge erst sieben Jahre nach der Geburt des Kindes erfahren. Seine Frau habe das Kind zur Adoption freigegeben, ohne dass er überhaupt von der Schwangerschaft gewusst habe.

»Drei Totgeburten sind nicht ausgeschlossen« Nach Fund der Leichen spricht Ehemann der Verdächtigen Mutter bestreitet, ihre Babys getötet zu haben Verweste Babyleichen in Langgöns entdeckt

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