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Tod eines Babys wirft Fragen auf

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Wetzlar (dpa). Nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings im Mai in Wetzlar (die »Allgemeine« berichtete) ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung gegen eine Mitarbeiterin des Jugendamts. Das acht Monate alte Mädchen war von dem 23 Jahre alten mutmaßlichen Vater erschlagen aufgefunden worden.

Wetzlar (dpa). Nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings im Mai in Wetzlar (die »Allgemeine« berichtete) ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung gegen eine Mitarbeiterin des Jugendamts. Das acht Monate alte Mädchen war von dem 23 Jahre alten mutmaßlichen Vater erschlagen aufgefunden worden.

Bei den gerichtsmedizinischen Untersuchungen der Leiche hätten sich Anhaltspunkte für ältere Verletzungen des Babys ergeben, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Mittwoch in Wetzlar und bestätigte damit einen Bericht der »Wetzlarer Neuen Zeitung«. Die Verletzungen hätte die Mitarbeiterin des Jugendamts bei einem Besuch der Familie im April möglicherweise erkennen können. Der Anfangsverdacht müsse nun weiter untersucht werden.

Der Leiter des Wetzlarer Rechtsamts, Michael Peters, sagte, die Mitarbeiterin des Jugendamts sei zweimal in der Wohnung der Familie gewesen. Dabei habe sie festgestellt, dass der 23-Jährige und die 35 Jahre alte Mutter »sehr liebevoll« mit dem Baby umgegangen seien. Es sei keine Gefährdung des Kindswohls festzustellen gewesen. Allerdings habe eine ärztliche Pflichtuntersuchung für den Säugling gefehlt. Dies sei auch der Anlass für den zweiten Besuch im April gewesen - rund zwei Wochen vor dem Tod des Mädchens.

Ein ausführlicher Untersuchungsbericht des Regierungspräsidiums in Gießen habe dem Jugendamt »absolut korrektes« Handeln bescheinigt.

Die Eltern des Kindes sitzen laut Staatsanwaltschaft weiter in Untersuchungshaft. Sie sind des Totschlags verdächtig. Beide hätten sich noch nicht zur Sache geäußert. Rechtsmediziner in Gießen hatten am Schädel des Kindes einen frischen Trümmerbruch festgestellt, den sie auf stumpfe Gewalteinwirkung zurückführen. Außerdem hatte die Leiche zahlreiche ältere Verletzungen aufgewiesen.

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