600 demonstrierten in Wetzlar gegen KiföG

Wetzlar (hp). Rund 600 Menschen haben am Samstag in Wetzlars Straßen demonstriert. Sie zogen mit Transparenten und Trillerpfeifen vom Herkuleszentrum zum Eisenmarkt und machten ihrem Unmut lautstark Luft.

Der Grund: Die schwarz-gelbe Landesregierung möchte ab 2014 den Betrieb in hessischen Kindergärten mit einem neuen Kinderförderungsgesetz (KiföG) regeln, das schon im Entwurf auf harsche Kritik stößt.

Eltern und Erzieher sehen die Qualität der frühkindlichen Bildung in den Kindertageseinrichtungen sinken und gehen auf die Straße. Zusammen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di machten die Erwachsenen in Wetzlar deutlich: Wir kämpfen für die Kinder. Alle Kitas in der Region waren aufgerufen, viele beteiligten sich auch an den Vorbereitungen und ob kirchlicher, freier oder kommunaler Träger – alle marschierten mit. »Mit dieser stattlichen Teilnehmerzahl ist dies die erste größere Demonstration in Hessen zu diesem Thema«, so ver.di-Vertreter Julian Jaedicke.

»Wir werden am 25. Februar in Gießen und am 6. März in Marburg ebenfalls Kundgebungen haben, bevor wir am 9. April vor den Landtag ziehen«, sagt Jaedicke. Zwei Tage vor der Entscheidung wird sich dann der Sozialausschuss ein letztes Mal treffen, und der soll umgestimmt werden.

»Wir müssen ein klares Zeichen setzen, bevor der Koalitionszwang eine Entscheidung herbei führt«, so Jaedicke. Man wolle den Politikern sagen: Gut gedacht, doch schlecht gemacht. »Kein Kind in die Hände von Amateuren«, »Wir wollen nicht sinken wie die Titanic« oder »Wir Kinder haben Rechte – Recht auf Bildung« konnte man auf den Transparenten lesen. Vorneweg wurde ein Sarg getragen mit der Aufschrift »KiföG killt Bildung« und einige zogen Altpapiertonnen mit, in denen sie den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan sehen wollen. Auf dem Eisenmarkt kam es dann zu einer Kundgebung, in der zum Beispiel Bürgermeister Manfred Wagner (SPD), Pfarrer Jörg Süß, Elternvertreterin Birsen Krüger und Jaedicke sprachen.

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