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Demografie: Neue Märkte, aber kein Nachwuchs

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Wetzlar (hp). Zum 16. Mal hatte die Handwerkskammer Wiesbaden zum Handwerksforum in das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Wetzlar eingeladen. Rund 200 Besucher nutzten die Informations- und Gesprächsplattform zum fachlichen Austausch und Kennenlernen neuer Produkte und Techniken.

Wetzlar (hp). Zum 16. Mal hatte die Handwerkskammer Wiesbaden zum Handwerksforum in das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Wetzlar eingeladen. Rund 200 Besucher nutzten die Informations- und Gesprächsplattform zum fachlichen Austausch und Kennenlernen neuer Produkte und Techniken. Kammerpräsident Klaus Repp und Hauptgeschäftsführer Harald Brandes hießen unter den Eröffnungsgästen auch Oberbürgermeister Wolfram Dette willkommen. Thema des Tages: Das Handwerk in Zeiten des demografischen Wandels.«

Um den Tag - auch für Familien - noch interessanter zu gestalten wurden erstmals auch die Werkstätten geöffnet. Maler und Lackierer präsentierten zum Beispiel neue Verfahrenstechniken bei der Wandgestaltung, Friseure zeigten Frisuren und Make-Ups, im Fachbereich Holz konnten die Besucher ihre Geschicklichkeit an Hobelbänken testen, modernste Dreh- und Frästechnik gab es bei den Metallern, und alles rund ums Auto stand in der Kfz-Werkstatt im Blickpunkt.

Drei Fachvorträge beschäftigten sich mit den Themen Marketing, Personalentwicklung und barrierefreies Wohnen. »Der demografische Wandel eröffnet den Handwerksmeistern neue Märkte, da die Menschen länger fit sind, auf Qualität achten und auch gerne dafür zahlen«, so Repp. »Andererseits bereitet uns durch immer weniger junge Menschen die Nachwuchsgewinnung große Sorgen.« Vor diesem Hintergrund sollte das Forum Anregungen für die betriebliche Praxis geben, aber auch den Blick für dieses zukunftsweisende Thema schärfen. »Wir können es uns nicht mehr leisten, junge Menschen nicht zur Ausbildungsreife zu bringen«, warnte Harald Brandes. Der Fachkräftemangel komme nicht erst auf die Betriebe zu: »Wir sind bereits mitten drin.« In der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Politik sieht er die Chance, Jugendliche so früh wie möglich auf die spätere Berufswahl vorzubereiten. »Eine ganze Reihe Maßnahmen und Programme werden bereits umgesetzt, mit denen wir die Zahl der Lehrabbrecher senken können und den jungen Leuten eine Vorstellung über das breite Spektrum möglicher Berufe geben.«

Das Angebot an Information und Erfahrungsaustausch wurde durch Stände der Kammer-Partner ergänzt, die zum Beispiel über Technologietransfer in Hessen, Ausbildung und Bildung, Handwerk und Denkmalpflege und auch finanzielle Vorteile berieten.

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