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Corona-Massenimpfung in Hessen: Vier Millionen Menschen sollen geimpft werden

  • Theresa Lippe
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Die Landesregierung in Hessen hat Pläne für eine Massenimpfung gegen das Coronavirus vorgestellt. Vier Millionen Menschen sollen den Impfstoff bekommen.

  • Im Dezember soll in Hessen mit der Massenimpfung gegen Corona begonnen werden.
  • Niemand werde zur Impfung gezwungen, versichert Ministerpräsident Volker Bouffier.
  • Die Landesregierung plant etwa acht Millionen Impfungen – für vier Millionen Menschen.

Wiesbaden – Zwei Impfstoffe gegen Covid-19 stehen kurz vor der Zulassung. Die Hessische Landesregierung bereitet sich deshalb auf eine landesweite Massenimpfung gegen das Virus vor. „Niemand wird gezwungen“, versichert Regierungschef Bouffier. Er respektiere es als „höchstpersönliche Entscheidung“, auch wenn jemand die Impfung nicht wolle.

Für die großangelegte Impfaktion gegen das Coronavirus in Hessen plant die Landesregierung nach aktuellem Stand etwa acht bis neun Monate ein. „Wir gehen davon aus, dass zwischen 60 und 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden wollen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag (23.11.2020) in Wiesbaden. Diese Anzahl sei auch notwendig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

Corona-Impfung in Hessen: Wo geimpft wird

Hessens Ministerpräsident nennt das Vorhaben eine „Mammutaufgabe“. In etwa 30 Zentren sollen in Hessen pro Tag jeweils 1000 Impfungen durchgeführt werden. Geimpft werden soll an sieben Tagen die Woche von 7 bis 22 Uhr. Der Corona-Impfstoff soll noch im Dezember zugelassen werden. Wie viele Anlaufstellen in Hessen schlussendlich eingerichtet werden, sei aber Entscheidung der fünf kreisfreien Städte und der 21 Landkreise. Geplant sei mindestens ein Zentrum pro kreisfreier Stadt oder Landkreis.

Im Ringen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus unterstützt die Bundesregierung auch den Hersteller IDT Biologika (Foto). Hessen plant derweil die Massenimpfung.

Bouffier hält zwei Zentren für größere Städte für sinnvoll. Beispielsweise in Frankfurt in der Messe und am Flughafen. Dazu kommen mobile Impfteams, die Menschen in Pflege- und Altenheimen oder zu Hause versorgen werden.

Corona-Impfung in Hessen: Wer geimpft wird

Sobald der Impfstoff geliefert werden kann, werden zunächst Menschen aus Risikogruppen und Gesundheitspersonal zur Impfung gehen dürfen, erläutert Gesundheitsminister Kau Klose (Grüne). Die Einladungen zur Impfung werden nach Prioritäten vergeben, die unter anderen Ethikrat und Leopoldina ausgearbeitet haben. Wer sich impfen lassen möchte, könne nicht einfach in einem Impfzentrum aufschlagen, es bedarf einer offiziellen Einladung. In seinem Ministerium werde derzeit an einer IT-Lösung auf Basis der Software für die Wahlbenachrichtigungen gearbeitet, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU).

Anschließend plane man, „in einer Kaskade“ die übrige Bevölkerung zur Impfung einzuladen. Laut Hessens Ministerpräsident rechne man in Hessen mit etwa vier Millionen zu impfenden Menschen. Pro Person sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen nötig, es seien insgesamt also acht Millionen Impfungen geplant. Bis 11. Dezember müssten alle Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen „Betriebsbereitschaft in den Impfzentren herstellen“, so Bouffier

Corona in Hessen: Was die Impfung kostet

Für die Bevölkerung ist die Schutzimpfung gratis. Der Bund kauft dem Impfstoff ein und das Land Hessen kümmert sich um die Verteilung und die Beschaffung der Materialien wie Spritzen, Pflaster und Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Das Land Hessen hat zur Vorbereitung der großangelegten Impfaktion bisher rund 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereitgestellt. Was die Aktion am Ende insgesamt kosten wird, sei noch unbekannt.

Wie die Corona-Impfung in Hessen ablaufen wird

Die Impfzentren in Hessen werden ähnliche Abläufe wie Blutspendezentren haben. Es wird verschiedene Stationen geben zur Anmeldung und Aufnahme, einen Platz für die vorgeschriebene ärztliche Beratung und einen Raum für die Impfung selbst. Zusätzlich ein Ort, an dem die Geimpften noch etwas zur Beobachtung bleiben können.

Das sind die Herausforderungen der Corona-Impfung in Hessen

„Wir können nicht zaubern“, sagt Hessens Ministerpräsident Bouffier. Es werde nicht alles nach Plan laufen und noch Veränderungen geben müssen im Laufe der Zeit. Schon die schiere Menge an zu Impfenden wirft bei jedem Schritt immense Probleme auf. Zum Beispiel beim Personal: Man sei stark auf die freiwillige Hilfe tausender niedergelassener Ärzte angewiesen, sagte Bouffier. Auch Betriebsärzte und Mediziner im Ruhestand werden umworben.

Aber auch bei der Priorisierung der Terminvergabe stehe man vor einer Herausforderung. Da mit vielen Daten, auch medizinisch sensiblen über Vorerkrankungen, gearbeitet werden muss, sei auch der Datenschutzbeauftragte in die Vorbereitung eingeschaltet.

Alle Informationen zur aktuellen Corona-Lage in Hessen finden Sie im Newsticker. Am Flughafen Frankfurt bereitet man sich derzeit auf die weltweite Verteilung des Corona-Impfstoffes vor. (Theresa Lippe) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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