1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Butzbachs Botschafter für Frieden im Nahen Osten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Butzbach (fef). Es wird kein leichter Gang für Exarchos Alexius Chehadeh. Der Priester der Gemeinde St. Petrus und Paulus wird Deutschland zum Jahresende verlassen. Der hoch angesehene Theologe und Wissenschaftler folgt dem Ruf des Patriarchen Jouhanna X., der ihn zu sich nach Damaskus gerufen hat.

Am Sonntagvormittag wurde er im festlichen Gottesdienst vom Metropolit von Deutschland und Mitteleuropa, Isaak, auf arabisch verabschiedet. Alexius’ Nachfolger Abouna Nikolaus, übersetzte, der Verlust für die Gemeinde in Butzbach sei der Gewinn für die gesamte orthodoxe Kirche. Isaak wisse um die schwierige Mission von Abouna Alexius im vom Bürgerkrieg zerrütteten Syrien, er selbst sei bis vor kurzem dort Seelsorger gewesen.

Isaak hoffe, nicht zuletzt auch durch die Mithilfe von Alexius im Patriarchat, um baldigen Frieden unter den Menschen im Nahen Osten. Syrien stehe zwar derzeit im Fokus, doch auch in den Nachbarländern sei die Lage »alles andere als optimal«. Die Arbeit werde dem Priester vor allem Besonnenheit, Mut, Weisheit und großes Fachwissen abverlangen.

Allesamt Tugenden, die Alexius besitze, wie die Redner nach dem Gottesdienst bei der offiziellen Verabschiedung feststellten. Der Chemie-Ingenieur habe neben seiner Tätigkeit als Priester Islamwissenschaften und orthodoxe Theologie studiert und auch diese Studien mit Bestnoten absolviert. Derzeit warte er auf das Ergebnis seiner Dissertation und wolle schon bald mit seiner Habilitation beginnen.

Seit 2007 war Alexius Priester in Butzbach. Daneben betreute er Gemeinden in Hamburg, Hannover und Kassel. Der Vorsitzende der Gemeinde, Yusuf Firsatbul, bedankte sich beim »Vater« für die sehr gute Zusammenarbeit. Mit ihm seien Projekte wie das Gemeindehaus realisiert worden, auch die Planung der Kirche sei unter seiner Federführung entstanden. Für die Einweihung in gut drei Jahren sprach Firsatbul schon vorsorglich eine Einladung aus.

Firsatbul zollte Alexius größte Anerkennung: »Du hast immer dafür gesorgt, dass unser Blick nicht an der Gemeindegrenze aufhört.« Mit seinem Gang nach Damaskus hinterlasse er nicht nur Fußstapfen in der Gemeinde, sondern eine große Lücke.

Auch für Landrat Joachim Arnold ist der Butzbacher »Vater« eine »sehr bedeutende Persönlichkeit«, als er von Alexius’ Berufung nach Syrien erfahren habe, sei er »völlig schockiert« gewesen. Bürgermeister Michael Merle zeigte sich ebenfalls sehr besorgt um die Sicherheit des beliebten Geistlichen. Dass die orthodoxe Gemeinde in Butzbach verwurzelt sei, sei vor allem das Verdienst von Alexius. Für Merle war die Zusammenarbeit mit ihm das »faszinierendste Kapitel« seiner Amtszeit.

Auch interessant

Kommentare