Bislang größter Einsatz von Hilfsgütern aus Hessen

Gießen/Wetzlar (bsf). 759 000 Sandsäcke, 1440 Feldbetten, 120 Deichfolien, 122 000 Paar Einmalhandschuhe und neun Hubschrauber-Außenlastnetze aus Mittelhessen kamen deutschlandweit zur Bewältigung des Juni-Hochwassers zum Einsatz. Diese vorläufige Bilanz zog jetzt das Gießener Regierungspräsidium, in dessen Obhut sich das Hessische Katastrophenschutz-Zentrallager in Wetzlar befindet.

Nach Angaben der Behörde handelte es sich um den bislang größten Einsatz von hessischen Hilfsgütern im Rahmen einer Hochwasserbekämpfung.

»50 Prozent aller in Wetzlar vorhandenen Sandsäcke wurden verladen und verschickt«, erläutert Branddirektor Dr. Thomas Stumpf. »Das zeigt, dass das Lager gut bestückt ist, denn damit wäre eine gleichzeitige Einsatzlage innerhalb Hessens ebenfalls noch zu bewältigen gewesen«, versichert der Experte und Leiter des Katastrophenschutzdezernates beim RP Gießen. Der Transport der Hilfsmittel sei vom Technischen Hilfswerk und durch das Deutsche Rote Kreuz sichergestellt worden.

759 Ballen zu je eintausend Sandsäcken wurden mittels Paletten auf die Fahrzeuge verladen. Je nach Größe konnten so beispielsweise 200 000 Sandsäcke mit zwei Lkw und zwei Anhängern transportiert werden. Das Gesamtgewicht aller transportierten Sandsäcke betrug über 100 Tonnen. In den kommenden Wochen werden sie wiederbeschafft und erneut in Wetzlar eingelagert. Bei den ausgegebenen Feldbetten handelte es sich um zwei Drittel des Wetzlarer Lagerbestandes. Genutzt wurden sie im Rahmen der wenigen Ruhepausen von den eingesetzten Hilfskräften, wie zum Beispiel Feuerwehrleuten und Bundeswehrangehörigen.

Alle Betten befinden sich derzeit auf dem Weg zurück nach Hessen. Eventuelle Schäden werden in den nächsten Tagen aufgenommen und repariert. Mit der verstärkten Spezialfolie aus Wetzlar wurden in den Hochwassergebieten 2800 Quadratmeter Dämme und Deiche abgedichtet. Die herausgegebenen Außenlastnetze wurden an Hubschraubern befestigt und dienten dem schnellen Transport von bis zu 2500 Kilogramm Material zu Einsatzstellen in unzugänglichen Gebieten. Durch eine 24-stündige Rufbereitschaft waren die Einsätze der Mitarbeiter des Katastrophenschutz–Zentrallagers zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch an Wochenenden, möglich.

»Vor allem die gut durchdachten Planungen der Einsatzleitung und das Geschick aller Beteiligten, den zur Verfügung stehenden Transportraum optimal zu nutzen, führten zum erfolgreichen Abschluss der Hilfsaktion«, lobte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck den gemeinsamen Einsatz. Er danke allen Helfern und Arbeitgebern, die schnell und unbürokratisch dafür sorgten, dass nicht nur Hilfsmaterial aus Hessen an Ort und Stelle zur Verfügung stehen konnte, sondern auch vielfache menschliche Unterstützung.

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