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Berührende und humorvolle Momente

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Wetzlar (emd). »Frauen in Wetzlar und der Welt« - lachend, nachdenklich, im Gespräch, trommelnd. Der Titel der diesjährigen Fotoausstellung der Wetzlarer Fotografin Ina Achenbach verspricht nicht zu viel.

Wetzlar (emd). »Frauen in Wetzlar und der Welt« - lachend, nachdenklich, im Gespräch, trommelnd. Der Titel der diesjährigen Fotoausstellung der Wetzlarer Fotografin Ina Achenbach verspricht nicht zu viel. Seit Montag kann die Sammlung der farbenfrohen oder nahezu intimen Fotografien bewundert werden. Rund 70 Interessierte besuchten die Vernissage im Neuen Rathaus.

Eine solch hohe Anzahl an Besuchern zur Ausstellungseröffnung sei angesichts der Temperaturen »ein Kompliment an die Künstlerin«, freute sich Sigrid Kirdorf vom »Frauenlabyrinth« über die gut gefüllte Empore des Neuen Rathauses. Ina Achenbach sei ein »Hans Dampf in allen Gassen« - eine Fotografin, die auf ihren zahlreichen Weltreisen einen »liebevollen Blick auf einzelne Personen oder Situationen« werfe. Gemeinsam mit den »Fotofreunden Wetzlar« begleite Achenbach die Geschichte der seit acht Jahren veranstalteten Wetzlarer Labyrinthwochen und verstehe es, »berührende Momente« festzuhalten. Sie selbst sagte, sie habe sich seit nunmehr acht Jahren mit dem Gedanken an das Thema »Frauen in Wetzlar und Welt« beschäftigt, nachdem sie Ausstellungen über »Kinder dieser Welt« oder »Menschen auf unserem Planeten« gezeigt habe.

Das Ergebnis sei auf etwa 70 großformatigen Fotografien zu sehen, darunter Aufnahmen vom »Fest der 2000 Frauen« in Frankfurt vor zwei Jahren. Die Künstlerin bedankte sich humorvoll insbesondere für die technische Hilfe bei den Vorbereitungen. Bei Erfrischungen nahmen die Besucher die Gelegenheit wahr, sich eingehend mit den Bildern zu befassen und mit Achenbach über ihre Beweggründe und Erfahrungen zu sprechen. So erkannte sich manch ein »altes Gesicht« aus Wetzlar oder Gießen wieder.

Die Betrachterin begegnete einer vietnamesischen Großmutter in einer dunklen, samtenen Tunika, weißen Tennissocken und hellblauen Plastikslippern oder in aufwändige Trachten gekleidet kleine Mädchen unter einem schottisch karierten Schirm. Der typische Halsschmuck einer Padaung-Frau aus dem Pazifik bereitete Unbehagen, die Dame mit gelber Bluse und Goldrandbrille heimisches Wohlgefühl. Bilder von einer in einer Hängmatte Schlafenden oder einer Gruppe mit Anmut trommelnden Frauen strahlten Ruhe und Kraft aus. Gruppen von Inderinnen oder Senegalesinnen umringt von kleinen Kindern zeugten hingegen vom arbeitsreichen Alltag der Frauen in der südlichen Hemisphäre. Die Fotoausstellung wurde ergänzt durch die mehr als 20-jährige Geschichte des Wetzlarer Frauenhauses, dargestellt durch eindrückliche Bilder oder Briefe von ehemaligen Bewohnerinnen und ihren Kinder sowie umfangreiche Information.

In den letzten zwölf Jahren habe das Frauenhaus Erfolge vorzeigen können, erklärte die Leiterin der Beratungsstelle, José Ruijgers. Die Arbeit habe sich gelohnt, vor allem durch mehr Öffentlichkeit und der neuen Gesetzeslage von 2002. Das Gewaltschutzgesetzt besagt zum Beispiel, dass Frauen im Falle häuslicher Gewalt mit ihren Kindern in der Wohnung bleiben könnten und nicht mehr die Flucht ins Frauenhaus antreten müssten. Der »Schläger« müsse weichen. Passend zum Thema Frauen konnten die Interessierten ihren Rundgang durch das Foyer und die Erfolgsgeschichte der Frauenarbeit abschließen. Die Ausstellungen sind im Neuen Rathaus vom 28. Juli bis 5. September von 8 bis 18 Uhr zu sehen. (Foto: emd)

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