Beherbergungsverbot vor dem Aus

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Frankfurt- Nach Diskussionen um das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots plant das Land Hessen die Abschaffung der Regelung. Das kündigte die Staatskanzlei in Wiesbaden am Freitag laut einer Mitteilung an. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen stieg erneut binnen eines Tages um deutlich mehr als 600 Fälle.

Beherbergungsverbot:Die geplante Abschaffung steht laut Staatskanzlei auf der Tagesordnung für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag. Das Gremium der Landesregierung werde auch über die konkrete Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin diese Woche beraten. "Das bestehende und gut funktionierende hessische Eskalationsstufenkonzept soll dazu ergänzt und angepasst werden", teilte die Staatskanzlei mit. Mehrere Länder hatten die Regel zuletzt gekippt.

Fallzahlen und Hotspots:Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Freitag wurden innerhalb eines Tages weitere 671 Corona-Fälle in Hessen bestätigt. Zwei weitere Menschen starben an den Folgen einer Infektion, insgesamt gibt es bisher 571 Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie wurden 24 151 Infektionen gemeldet.

Kassel überschritt die 100 bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen: Die Stadt liegt nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft laut Robert-Koch-Ins-titut bei einer Inzidenz von 100,9.

Zu den Corona-Hotspots in Hessen zählen nun auch Wiesbaden mit einem Wert von 53,1, zudem der Rheingau-Taunus-Kreis mit 56,6 und der Hochtaunuskreis mit 52,8.

Neue Regelungen:Mehrere Kreise und Kommunen reagierten mit weiteren Maßnahmen auf die steigenden Corona-Infektionszahlen, darunter die Stadt Offenbach, die die Kontakte ihrer Bürger weiter einschränkt. Ab Montag gilt unter anderem, dass sich nur noch maximal drei Menschen aus verschiedenen Haushalten im öffentlichen Raum treffen dürfen, kündigte die Stadt am Freitag an. Dies gilt auch zu Hause.

Kritik an Maskenpflicht:Die angekündigte verschärfte Maskenpflicht für viele Schüler im Rhein-Main-Gebiet stößt bei der Linksfraktion im hessischen Landtag auf Kritik. "Die nun beschlossene Maskenpflicht ab Jahrgangsstufe 5 ist nicht mehr als ein verzweifeltes Pflasterkleben auf große Wunden", erklärte die bildungspolitische Sprecherin Elisabeth Kula in Wiesbaden. Besser wäre ein Konzept, wie in Schulen mit Kleinstgruppen und genügend Sicherheitsabstand unterrichtet werden kann.

Flüchtlingsunterkunft:Nach dem Corona-Ausbruch mit 112 Infizierten in der Kasseler Flüchtlingsunterkunft wirft der Wohlfahrtsverband "Der Paritätische" dem Land Versäumnisse vor. Flüchtlinge müssten vielerorts auf zu engem Raum leben, sagte Sprecherin Barbara Helfrich am Freitag: "Wir haben keine räumliche Entzerrung beobachtet, zumindest nicht flächendeckend." Nach Bekanntwerden des Ausbruchs hatten Ärzte, die in der Einrichtung Flüchtlinge betreuen, Vorwürfe gegen das zuständige Regierungspräsidium erhoben. Dieses hatte argumentiert, es sei ausreichend Platz vorhanden, eine Verlegung Erkrankter sei wegen drohender neuer Infektionsketten nicht möglich. dpa

Quelle: Gießener Allgemeine

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