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Auch Polizei kommt zum »Ausglühen« in die Wetterau

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Friedberg (pm). Mit verstärkten Polizei-Kontrollen müssen die Besucher des sogenannten »Ausglühens« am heutigen Mittwoch im Gewerbegebiet in Nieder-Mockstadt in der Wetterau rechnen.

In den vergangenen Jahren hatte das Treffen zahlloser Freunde »aufgepeppter« Kraftfahrzeuge in den Nächten zum 1. April und am 31. Oktober, jeweils am Anfang und Ende der Saison, zu Verkehrsbehinderungen und Störungen des Anlieger- und Durchgangsverkehrs rund um die nahe Autobahn-Anschlussstelle an der A 45 östlich von Friedberg gesorgt.

Die Straßen im Gewerbegebiet waren zugestellt, Speditions- und andere Fahrzeuge der dort ansässigen Firmen konnten oft nur mit erheblichen Behinderungen vorankommen. Bremsmanöver, aufheulende Motoren und – so die Polizei – »anderes Gehabe« sorgten für Unmut bei anderen Verkehrsteilnehmern und Anliegern. Ohne einen konkreten Veranstalter hatte sich das Treffen in der Szene der Auto-Tuner schnell herumgesprochen.

Polizeisprecher Jörg Reinemer: »Verliefen die Treffen anfänglich noch weitestgehend friedlich und mussten zumeist lediglich Verwarnungen und Mängelanzeigen ausgesprochen werden, so ist bei den letzten Treffen eine Verschärfung der Situation festzustellen.«

Einer kommt bestimmt zu Fuß

Beim sogenannten »Anglühen« am 1. April 2012 sei es vermehrt zu Sachbeschädigungen und Ordnungswidrigkeiten gekommen. Ganz heftig war’s, als ein 20-jähriger Autofahrer mit 1,66 Promille in einer Seitenstraße des Industriegebietes mit quietschenden Reifen auf eine Kontrollstelle der Polizei zufuhr und erst unmittelbar vor einem der Beamten bremste. Für den Fahrer hatte das Verhalten ein gerichtliches Nachspiel. Wegen Bedrohung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Trunkenheit im Straßenverkehr stand er im Juli vor einem Amtsrichter: 60 Arbeitsstunden, eine Woche Dauerarrest, acht Monate Führerscheinentzug. Der Richter hatte Jugendstrafrecht angewendet, denn der 20-Jährige sei »noch lange nicht erwachsen«. Und entschuldigt hatte sich der junge Mann zumindest bis zum Gerichtstermin noch nicht bei den Beamten, die er mit seinem Wagen ins Visier genommen hatte. Ganz im Gegenteil: Er soll zur Polizei gesagt haben, er würde es wieder machen.

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