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Arbeitsmarkt trotzt Winterwetter

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Von: Gerd Chmeliczek

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Nürnberg/Gießen (dpa/gäd). Trotz des strengen Frostes ist die Zahl der Erwerbslosen im Februar deutlich stärker gesunken als in den Vorjahren. Mit 2,546 Millionen Jobsuchern rutschte die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, erklärte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg. Das seien 24 000 Jobsucher weniger als im Januar und sogar 216 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging im Februar um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück. Die Zahlen belegen nach Einschätzung von Bundesagentur-Chef Detlef Scheele die robuste Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes – auch als Folge der kräftigen Konjunktur. Im Jahresverlauf könnte die Zahl der Arbeitslosen auf bis zu 2,1 Millionen sinken, schätzte Scheele.

Nürnberg/Gießen (dpa/gäd). Trotz des strengen Frostes ist die Zahl der Erwerbslosen im Februar deutlich stärker gesunken als in den Vorjahren. Mit 2,546 Millionen Jobsuchern rutschte die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, erklärte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg. Das seien 24 000 Jobsucher weniger als im Januar und sogar 216 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging im Februar um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück. Die Zahlen belegen nach Einschätzung von Bundesagentur-Chef Detlef Scheele die robuste Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes – auch als Folge der kräftigen Konjunktur. Im Jahresverlauf könnte die Zahl der Arbeitslosen auf bis zu 2,1 Millionen sinken, schätzte Scheele.

Nicht ganz so rosig fällt das Bild aus, wenn man im Februar die Arbeitssuchenden hinzuzählt, die gerade Aus- und Fortbildungen absolvieren oder denen aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend kein Job vermittelt werden konnte. Zählt man diese zu den normalen Arbeitslosen hinzu, gab es im Februar 3,514 Millionen Jobsucher – rund 970 000 mehr. Indes sei auch dieser Wert zuletzt im Vergleich zum Vormonat um 32 000 gesunken, sagte Scheele.

Zuversichtlich zeigte sich auch die geschäftsführende Bundesarbeitsministerin Katarina Barley (SPD): »Der deutsche Arbeitsmarkt ist positiv in Bewegung und bietet viele Chancen«, erklärte sie.

Die sibirische Kälte, die kaum längere Arbeiten im Freien, etwa auf Baustellen, zulässt, wird nach Scheeles Einschätzung kaum Einfluss auf die Arbeitslosenzahlen haben. Zum einen sei die Kälteperiode relativ kurz. Zum anderen sei die Baubranche auf Minusgrade eingestellt.

Leichter Rückgang in Hessen

Bei Flüchtlingen scheint derweil der längere Anstieg der Arbeitslosenzahlen erst einmal gestoppt. Inzwischen pendelt sich die Zahl der erwerbslosen Flüchtlinge nach den jüngsten Zahlen vom Dezember bei knapp 180 000 ein. Zusammen mit jenen, die derzeit Integrations- und berufliche Förderkurse absolvieren, waren im Dezember 2017 damit knapp 480 000 Flüchtlinge auf Arbeitssuche. Allerdings fänden immer mehr von ihnen eine Arbeit: Die Zahl der Zuwanderer aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten lag im Dezember bei 209 000. Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch in Hessen ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar leicht zurückgegangen. Zum Stichtag waren 166 028 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur mitteilte. Das waren knapp 1600 weniger als im Januar und mehr als 11 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im besten Februar seit 26 Jahren lag bei 5,0 Prozent und hat sich zum Januar nicht verändert. Grund für die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt sei die anhaltend günstige Konjunktur, die zu einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften führe, erläuterte die Regionaldirektion. Die Arbeitgeber kritisierten die immer größer werdende Fachkräftelücke. Nach ihrer Schätzung gebe es in Hessen mindestens 100 000 unbesetzte Stellen, erklärte die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU).

Rückgang auch in der Region: Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen (Landkreise Gießen, Wetterau und Vogelsberg) waren im Februar 17 239 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber Januar ist dies ein Rückgang von 289 Personen. Die Quote sank um 0,1 auf 4,7 Prozent. Vor einem Jahr waren im Februar 1598 Menschen mehr im Gießener Bezirk arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 5,2 Prozent.

Trotz der winterlichen Temperaturen, bei denen sich Beschäftigte in den sogenannten Außenberufen saisonüblich arbeitslos meldeten, sei die Zahl der Erwerbslosen gesunken, erklärt Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen. Fast alle Personengruppen hätten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar profitiert. Lediglich bei Jüngeren unter 25 Jahren, die sich nach Schul- und Ausbildungsende arbeitslos melden, sei die Arbeitslosigkeit moderat angestiegen. Damit steige die Herausforderung für Arbeitgeber, Fachkräfte zu finden.

Blick in die heimischen Landkreise

Im Februar haben alle drei Landkreise im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert. Der prozentual stärkste Rückgang wurde im Wetteraukreis und der nominal stärkste im Landkreis Gießen verzeichnet.

Im Kreis Gießen waren im Februar 7992 Menschen erwerbslos gemeldet, 141 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozent auf 5,6. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 6,1 Prozent. Damals waren 630 Menschen mehr registriert. Im Wetteraukreis sank die Zahl der Arbeitslosen im Februar um 125 auf 6856. Die Quote ging um 0,1 auf nun 4,2 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren im vergangenen Februar 688 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen ebenfalls zurückgegangen. 2391 Personen waren arbeitslos gemeldet, 23 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 280 Erwerbslose mehr gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,7 Prozent.

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