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Arbeitslosenzahl auf Vorkrisenniveau

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Nürnberg/Frankfurt/Gießen - Die Arbeitslosigkeit in ganz Deutschland ist weiter gesunken. Im Mai waren 2,260 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 50 000 weniger als im April und 428 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit gestern mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent. Die Bundesagentur zog für ihre Mai-Statistik Datenmaterial heran, das bis zum 12.

Mai eingegangen war. »Die Beschäftigung nimmt weiter zu«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. »Der russische Krieg gegen die Ukraine und Lieferengpässe belasten jedoch die Aussichten«, fügte er hinzu.

Von 1. bis 24. Mai hätten Betriebe bundesweit für 77 000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, teilte die Bundesagentur weiter mit. Meist wird jedoch weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen, als zunächst angezeigt. Die Nachfrage nach Fachkräften bewege sich im Mai weiter auf sehr hohem Niveau, hieß es aus Nürnberg. Im Mai waren 865 000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 211 000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 9000 erhöht.

Arbeitskräfte dringend gesucht

Trotz Ukraine-Kriegs und Lieferengpässen gibt es in Hessen anteilig so wenige Arbeitslose wie vor der Corona-Krise. Zum Stichtag am 12. Mai hatten sich im Land 152 650 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur gestern in Frankfurt berichtete. Das waren rund 3600 Menschen weniger als im April und rund 29 300 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Mai in der Monatsfrist noch einmal um 0,1 Punkte auf 4,4 Prozent und damit exakt auf den Wert aus dem Mai 2019.

»Der hessische Arbeitsmarkt zeigt sich unverändert robust gegenüber den Folgen der Corona-Pandemie und den Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im SGB II und somit bei den Jobcentern ist dennoch absehbar, da diese per Gesetz ab Juni die Betreuung der Geflüchteten aus der Ukraine übernehmen«, sagte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Bei der Betrachtung der guten Entwicklung des Arbeitsmarktes dürfe man zudem nicht vergessen, dass im Februar immer noch fast 80 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Kurzarbeitergeld angewiesen gewesen seien.

Arbeitskräfte sind stark gesucht, der Stellenbestand liegt weiter deutlich über den Vorjahres- und Vorkrisenwerten. Parallel ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr um 54 600 Beschäftigungsverhältnisse angestiegen. Auch im Vorkrisenvergleich ist ein Plus zu erkennen: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wuchs um 48 200 an. Die Arbeitgeber verlangten Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. In Hessen könnten 120 000 Stellen nicht besetzt werden. Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände fordert schnellere Verfahren, um die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte zu ermöglichen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen sorgt sich angesichts der Inflation um den Lebensunterhalt der Beschäftigten.

Vierten Monat in Folge bessere Werte

Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen, der den Landkreis Gießen, den Vogelsberg- und den Wetteraukreis umfasst, ist die Arbeitslosigkeit mehr oder weniger gesunken. Im abgelaufenen Monat waren 15 242 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vormonat April waren 449 Personen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 4,1 Prozent. Im Mai des Vorjahres waren noch 2824 Erwerbslose mehr registriert. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent.

»Die Erwerbslosigkeit im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen sank den vierten Monat in Folge und die Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen steigt seit Jahresbeginn kontinuierlich«, kommentiert Eckart Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Gießen. Im Mai haben 695 kurzarbeitende Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld gestellt und auch bewilligt bekommen. Das waren zwei betroffene Betriebe mehr gegenüber dem Vormonat April. Im abgelaufenen Monat wurden 188 Neuanzeigen für die Bewilligung von Kurzarbeitergeld gestellt.

Im Kreis Gießen waren im abgelaufenen Monat Mai insgesamt 7046 Menschen erwerbslos gemeldet, 241 Arbeitslose weniger als im Vormonat April. Im Vorjahr waren 1377 Personen oder 16,3 Prozent mehr registriert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 4,8 Prozent im Monat Mai. Im Vorjahr belief sich die Quote auf 5,7 Prozent.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 142 Personen auf jetzt 6194 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damals 1307 oder 17,4 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,7 Prozent. Im Mai des Vorjahres lag die Quote bei 4,4 Prozent.

Im Vogelsbergkreis waren im Berichtsmonat Mai 2002 Personen erwerbslos gemeldet, 66 Personen weniger zum Vormonat. Im Mai des Vorjahres waren 140 oder 6,5 Prozent mehr Menschen registriert. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 auf 3,5 Prozent zurück. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,7 Prozent. dpa/pi/pm

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