Arbeitskreis »Tikato«: Mais und Hirse für 6000 Menschen

Wetzlar/Gießen (bf). 15 000 Euro wurden bereits aus der heimischen Region nach Burkina Faso in der Sahelzone weitergeleitet. Dafür wurden Lebensmittel gekauft und an rund 6000 Menschen verteilt. Das teilte am Freitag Heidi Stiewink für den Arbeitskreis »Brot für die Welt – Tikato« der evangelischen Kirche mit.

Bei seinem Bestätigungs-Anruf am Donnerstag übermittelte der Direktor des kirchlichen Partners ODE (Büro für Entwicklung der evangelischen Kirchen in Burkina Faso), Etienne Bazié, die große Dankbarkeit der Bevölkerung. »Ihr habt uns geholfen, bevor die große Katastrophe einsetzte«, freute er sich über die Solidaritätsaktion. Der Arbeitskreis »Tikato« war der erste, der auf die Bitte aus Burkina Faso an die großen und kleinen, auch internationalen Hilfsorganisationen mit einer Zusage innerhalb von 24 Stunden reagiert hatte.

In Gottesdiensten wurde wiederholt für die Nahrungsmittelhilfe gesammelt, insgesamt verzeichnet »Tikato« bisher einen Gesamteingang von etwa 15 000 Euro. Die teilweise sehr hohen Summen kommen von zehn Privatpersonen, aus mehreren Kirchengemeinden sowie von Schülern. Am 15. August will »Tikato« die Aktion abschließen.

Zunächst hatte der Arbeitskreis eine Summe von rund 5000 Euro für die Nahungsmittelhilfe angepeilt. Diese konnte somit bereits verdreifacht werden. »Nach wie vor sind noch Mittel nötig, denn nicht überall hat der Regen eingesetzt«, berichtete Stiewink. In seiner Region halte man den Atem an und bete um Regen, sagte Bazié. Es waren einerseits 26 Tonnen an das große Verteilungsgebiet rund um Ouagadougou, die Hauptstadt von Burkina Faso, gegangen, andererseits war auf Bitten des Arbeitskreises die Region am Staudamm in der Nähe des Dorfes Tikato im Nordosten des Landes mit insgesamt zehn Tonnen Weißer Rispenhirse versorgt worden. Die noch immer aus dem Kriegsgebiet von Mali nach Burkina Faso fliehenden Menschen verschärfen die Ernährungslage.

Ein weiterer Spenden-Teil ging über den zweiten Partner CEAS (Ökologisches Zentrum Albert Schweitzer) in das Gebiet um Tilguendalgue, etwa 35 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt. Die »Tikato«-Reisegruppen machen hier immer wieder Halt, und manches Projekt liegt in dieser Region wie die Seifenherstellung durch Frauen oder die Mangotrocknung bei »Eben Ezer«.

Auch Krankenstation und Schule wurden oftmals mit notwendigen Materialien durch heimische Spenden versorgt, berichtete Heidi Stiewink.

Außer dem persönlichen Dank vom Partner Michael Yanogo ging auch ein Brief des Präsidenten der »Organisation dörfliche Entwicklung« ein. Von dort schreiben Benjamin Zoungrana und der Dorfchef: »Die Regierung hatte unsere Region zum absolut unterversorgten Gebiet aufgrund der fehlenden Regenfälle erklärt.« Getreide habe sie aber keines sofort geschickt. »So kam Eure Hilfe als ein besonderer Segen gerade für uns zum richtigen Zeitpunkt. Habt herzlichen Dank dafür.«

Mit Hilfe der Kirche, von Michael Yanogo sowie seiner Tochter Adonja konnten an 130 Familien mit 20 bis 30 Personen, 26 Witwen, Waisenkinder und behinderte Menschen Mais und weiße Rispenhirse verteil werden. Die Bauern in der Region haben ausgesät, in manchen Feldern wurde durch Starkregen bereits wieder das Feld zerstört; andere werfen täglich ihren Blick an den Himmel, hoffend auf ausreichende Niederschläge. Die Menschen in Burkina Faso leben stets von der Hoffnung, so Heidi Stiewink.

Weitere Infos unter Telefon 0 64 41/7 70 74 94 und im Internet: www.tikato-burkina-faso.de.

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