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Arbeitsgericht Mittelhessen kommt an den Aulweg

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Gießen (mö). Gut zwei Jahre nach dem Auszug der städtischen Ämter aus der früheren Heyligenstaedt-Verwaltung zeichnet sich eine dauerhafte Lösung für die Immobilie ab. Das neue Arbeitsgericht Mittelhessen wird in der Liegenschaft am Aulweg untergebracht.

Das Land würde damit Mieter des Gießener Projektentwicklers Daniel Beitlich werden. Zwar betonte Beitlich dieser Tage auf Anfrage, dass die entsprechenden Verträge noch nicht unterschrieben seien, aber aus anderer Quelle hieß es, die Entscheidung für den Standort Heyligenstaedt sei gefallen.

Fast exakt ein Jahr ist jetzt her, dass Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) angekündigt hatte, ein Arbeitsgericht Mittelhessen zu schaffen. Als zentraler Standort bot sich Gießen nicht nur aus geografischer Sicht für eine Zusammenlegung an, denn das hiesige Arbeitsgericht ist mit sechs Kammern zudem das größte der drei mittelhessischen. Marburg und Wetzlar verfügen jeweils über nur drei Kammern. Auch soll sich das Landesarbeitsgericht seinerzeit für eine Gießener Lösung ausgesprochen haben. Hahn kündigte damals an, die Neuordnung, die nicht mit der Streichung von Richterstellen einhergehen soll, zum 1. Januar 2012 umzusetzen. Die Zusammenlegung soll eine Einsparung von 3,2 Millionen Euro an Investitionen in den Gebäudebestand sowie jährlich weitere 750 000 Euro bei den laufenden Ausgaben erbringen.

Was den Standort betraf, wurde zunächst auch eine Aufstockung des bisherigen Gießener Gerichtsgebäude im Gewerbegebiet West in Erwägung gezogen, dann aber verworfen. Recht schnell kam das einstige Technische Rathaus im Aulweg ins Gespräch, das von der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Schiffenberger Weg bereits vor geraumer Zeit erworben worden war. Zu dem Paket gehörte neben der früheren Heyligenstaedt-Verwaltung und weiteren Gebäude auch der große Mitarbeiter-Parkplatz neben der Bahnlinie Gießen-Gelnhausen. Hier könnte eine Wohnnutzung umgesetzt werden. Derzeit laufen auf dem Gelände Abrissarbeiten.

Mit Beitlich als Partner hat die Justiz bereits Erfahrung, denn das Landgericht hatte im vergangenen Jahr einige seiner Abteilungen an den Erdkauter Weg in die denkmalgeschützte alte Bänninger-Verwaltung verlegt, die ebenfalls der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Schiffenberger Weg gehört.

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