Bis 14. April: Revolution in der Färbgasse

Butzbach (tan). Mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm ist die Sonderausstellung zu Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig im Museum Butzbach eröffnet worden. Die Wanderausstellung, die bis 14. April in der Färbgasse zu bewundern ist, gibt einen umfangreichen Einblick in das Leben, Umfeld und Schaffen der beiden Revolutionäre.

Den 175. Todestag nahm die Georg-Büchner-Biennale zum Anlass, auf vielfältige Weise an den bedeutenden Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Arzt und Revolutionär zu erinnern. Die vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt und dem Stadtarchiv Darmstadt zusammengestellte Ausstellung ist nun in Butzbach zu besichtigen. Zu Beginn der Ausstellungseröffnung lieferte das auf historische Lieder und Folklore spezialisierte »Duo Eigenart« aus Nidderau die passende musikalische Untermalung, zum Beispiel mit dem »Odenwälder Bauerlied« einem Vorläufer zum Hessischen Landboten nach der Melodie der englischen Nationalhymne.

Nachdem Bürgermeister Michael Merle die zahlreichen Gäste begrüßt hatte, betonte Dr. Klaus-Dieter Rack vom Hessischen Staatsarchiv in seinem Grußwort die besondere Nähe von Butzbach zu den beiden Revolutionären Büchner und Weidig. Deshalb verweile die Wanderausstellung hier besonders lange und sei zusätzlich durch Originalstücke aus Butzbach ergänzt worden. Weidig sei als »Kulturmotor« weit über seine Heimatstadt bekannt geworden. Dies bestätigte auch Dr. Dieter Wolf in einem Kurzreferat. Weidig sei nicht zuletzt durch seinen spektakulären Freitod im Gefängnis berühmt geworden.

Höchst eindrucksvoll wurden hiernach von Schülern des Weidiggymnasiums und ihrer Lehrerin Ulrike Krystek-Theissen Lebensstationen Weidigs in Szene gesetzt. Der Deutsch-Leistungskurs der 13. Jahrgangsstufe hatte im letzten Jahr einen Film mit dem Titel »Friede den Hütten! Krieg den Palästen!«, der Parole des Hessischen Landboten, hergestellt. Die Filmvorführung untermauerten die Schüler mit schauspielerischen Einlagen zu Lebensabschnitten Weidigs.

Der Vorsitzende der Georg-Büchner-Gesellschaft Marburg, Matthias Gröbel vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, führte schließlich in die Ausstellung ein. Er betonte, dass Weidig auf vielen Gebieten ein Revolutionär gewesen sei. So sei zum Beispiel Weidigs Einführung des regulären Turnunterrichtes in der Schule damals als skandalös erachtet worden. Weidig und Büchner seien auch keineswegs zwei Pole gewesen, die sich angezogen hätten. Vielmehr sei mit der Zeit eine pragmatische Zusammenarbeit entstanden, da beide nur so ihre Ziele hätten verfolgen können. Gröbel betonte, dass bei Büchner das familiäre Umfeld eine große Rolle gespielt habe, was die Besucher der Ausstellung zum Beispiel durch eine eigene Tafel der Familie Büchners erkennen können.

Passend zum Prädikat der Stadt Butzbach, die sich seit 2011 »Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt« nennen darf, betonte Bürgermeister Merle, dass zu hoffen sei, dass in den nächsten Wochen viele Besucher und insbesondere Schulklassen den Weg in die interessante Schau finden werden.

Die Wanderausstellung war zuvor im Friedberger Kreishaus zu sehen. Nach dem 14. April wird sie nach Büdingen reisen.

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