Anklagevertreter spricht von Mord

Hanau- Im Mordprozess gegen eine mutmaßliche Sekten-Chefin in Hanau hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die 73-Jährige sei schuld am Tod eines vierjährigen Jungen im August 1988, sagte Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Mittwoch.

Er wertete die Tat als Mord durch Unterlassen. Die Angeklagte habe das ihr von Mitgliedern der Gemeinschaft zur Betreuung überlassene Kind vorsätzlich in einem über den Kopf verschnürten Leinensack seinem Schicksal überlassen. Das Opfer sei ohnmächtig geworden und dann an Erbrochenem erstickt.

Als Mordmotiv nannte die Staatsanwaltschaft einen niedrigen Beweggrund. Die Angeklagte, die angeblich direkt mit Gott kommunizierte, habe versucht, durch den Tod des Vierjährigen ihre Machtposition innerhalb der Gemeinschaft zu stärken. Vor der Tat habe sie den Jungen unter anderem als "vom Bösen besessen" bezeichnet und ihn misshandelt. Der Vierjährige habe regelmäßig im Bad schlafen müssen. dpa

Quelle: Gießener Allgemeine

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