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Angeklagter gesteht die Bluttat

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Gießen/Bad Nauheim (ti). Wegen Totschlages muss sich seit Dienstag ein 45-jähriger Mann aus Bad Nauheim vor der Fünften Großen Strafkammer des Gießener Landgerichtes verantworten. Zum Prozessauftakt gestand der Türke, seine 39 Jahre alte Ehefrau am Morgen des 22. Oktober vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Bad Nauheim erstochen, dann in eine Decke und Säcke gewickelt in einem Garten bei Dorheim vergraben zu haben.

Gießen/Bad Nauheim (ti). Wegen Totschlages muss sich seit Dienstag ein 45-jähriger Mann aus Bad Nauheim vor der Fünften Großen Strafkammer des Gießener Landgerichtes verantworten. Zum Prozessauftakt gestand der Türke, seine 39 Jahre alte Ehefrau am Morgen des 22. Oktober vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Bad Nauheim erstochen, dann in eine Decke und Säcke gewickelt in einem Garten bei Dorheim vergraben zu haben. Mutmaßliches Motiv: Eifersucht sowie die Angst vor einer Trennung. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Den Wunsch nach einer Trennung hatte die 39-Jährige ihrem Ehemann gegenüber bereits einige Tage vor der Tat angekündigt, woraufhin der Angeklagte zum Übernachten zu seiner Mutter ging. Doch er wollte die drohende Trennung nicht akzeptieren, vermutete zudem einen Liebhaber. Denn die Mutter seiner drei Töchter ging angeblich häufig ohne ihn aus. Er kaufte Geschenke, »wollte es noch einmal versuchen«. Doch sie lehnte ab, hatte sich entschieden.

Auf seine Frage, ob es einen anderen gebe, hätte sie lachend geantwortet: »Das kann möglich sein oder nicht.« Er könne da sowieso nichts machen. Da sei er zornig geworden und habe sie gegen den Kühlschrank geschubst. Sie habe geweint, er auch. Er habe einmal auf sie eingeschlagen und sie sei zu Boden gefallen. Als er sie aufheben wollte, habe sie ihn weggestoßen. »Ich war außer mir«, erinnerte er sich. Von seiner Frau habe er wissen wollen: »Betrügst Du mich?«. Sie habe ihn ausgelacht. »Da bin ich richtig explodiert.« Es folgten weitere Schläge, bis die spätere Tatwaffe ins Spiel kam - ein Brotmesser, das die 39-Jährige laut Angeklagtem aus der Küche geholt und damit »herumgefuchtelt« habe. Er sei davon getroffen worden und habe es ihr weggenommen. Wie er seiner Frau die tödlichen Verletzungen - laut Staatsanwalt Klaus Bender drei Stiche in Brust und Bauch - letztlich zugefügt habe, wisse er nicht mehr. »Ich hatte einen Schock erlitten«, sagte der Angeklagte. Erst später habe er »kapiert, dass irgendetwas passiert ist und Angst bekommen«. Angst habe er verspürt, seinen drei Töchtern zu gestehen, dass ihre Mutter tot ist. »Ich wollte nicht, dass das alles so geschieht«, versicherte der 45-Jährige.

Er habe einen Fehler gemacht, aber »es war zu spät«. »Deshalb habe er zu Decke und Sack gegriffen, den Leichnam in den Kofferraum gelegt und sei herum gefahren - zunächst zum Friedhof, dann zu seinen Gärten, bis er schließlich ein Grundstück bei Dorheim ansteuerte. »Dort habe ich sie vergraben, weil ich meine Kinder nicht verlieren wollte«, sagte der Mann aus.

Auf dem eingezäunten Gelände hatte der Angeklagte nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Gruben ausgehoben. Eine sei für ihn selbst gedacht gewesen, denn er habe sich nach der Tat das Leben nehmen wollen. Die Ermittler hatten die Frauenleiche dort erst nach einem Hinweis des Bad Nauheimers gefunden - wenige Tage nach dem spurlosen Verschwinden der Frau.

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