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Alltag Stau: Hunderttausende Pendler im Land unterwegs

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Jeden Werktag durchkreuzen Ströme von Pendlern das Land von Nord nach Süd und Ost nach West - und umgekehrt. Die Autobahnen sind dann schnell voll. Einfach größere Straßen bauen reiche aber nicht, sagt der Verkehrsminister.

(dpa/lhe). Zehn Kilometer Stau auf der A 3 am Offenbacher Kreuz, drei Kilometer auf der A 5 in Richtung Frankfurt, zwei Kilometer auf der A 67 bei Rüsselsheim - sei es am Morgen oder am Abend, für Berufspendler besteht auf den hessischen Autobahnen oft keine freie Fahrt. Hunderttausende sind alltäglich im Land auf dem Weg zur oder von der Arbeit unterwegs. Die Hauptachsen sind dann schnell überlastet und der Verkehr staut sich, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, das Hauptziel von Pendlern in Hessen.

Bis zu drei Viertel der hessischen Arbeitnehmer arbeiten nicht an ihrem Wohnort, von ihnen benutzen rund 70 Prozent das Auto, ein Motorrad oder Ähnliches. Vor allem die Stadt Frankfurt erweist sich als Magnet: Von den insgesamt 955 000 Pendlern, die die kreisfreien Städte im Land morgens füllen, arbeitet mehr als ein Drittel in der Mainmetropole, wie unter anderem der Regionalverband Frankfurt/RheinMain errechnet hat.

114 Millionen für Straßenbau
\nHessen steckt im kommenden Jahr insgesamt 144 Millionen Euro in den Straßenbau. Davon sollen 90 Millionen in den Landesstraßenbau und 54 Millionen in die Planung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen fließen, wie das Wirtschafts- und Verkehrsministerium berichtete. Das sei ein Anstieg von sieben Millionen Euro im Jahresvergleich.\n

Sie kommen aus dem Umland, aber auch aus Marburg, Fulda, Würzburg, Aschaffenburg sowie dem Rhein-Neckar-Raum, hat eine Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) aus dem Jahr 2014 aufgezeigt. Meist sind die Pendler demnach zwischen 15 und 60 Minuten für eine einfache Strecke unterwegs.

Die Landesregierung sieht die Notwendigkeit zu einem weiteren Ausbau der Autobahnen, setzt aber auch auf den öffentlichen Nahverkehr. Inzwischen seien insgesamt sechs wichtige Autobahn-Knotenpunkte im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich eingestuft, darunter die großen Kreuze in Rhein-Main-Gebiet, erklärt das Verkehrsministerium. Wann tatsächlich die ersten Bagger rollen, ist allerdings unklar. Alleine auf der Straße seien die Verkehrsprobleme nicht zu lösen, sagt Minister Tarek Al-Wazir (Grüne). Der Ausbau der überlasteten Schieneninfrastruktur im Nah- und Fernverkehr solle deshalb ebenso vorangetrieben werden - auch, um mehr Pendler von der Straße auf die Schiene zu locken.

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