75-Jähriger nach Streit tot aufgefunden

Nidderau-Erbstadt (jwn). Am Montag in den frühen Morgenstunden starb ein 75-jährige Rentner in Erbstadt. Wie genau, darüber hat die Polizei hat noch keine gesicherten Erkenntnisse. Kurz vor seinem Tod stritt der Senior offenbar heftig mit seinem Sohn, der mit ihm im Haus wohnte. Nachbarn hatten deshalb die Polizei verständigt.

Als die Beamten eintrafen, fanden sie den 75-Jährigen, der einen Motorradhelm trug, leblos vor. Rettungskräften gelang es nicht mehr, ihn zu reanimieren. Der 75-Jährige wies keine sichtbaren Verletzungen auf.

Hoffnung setzten Polizei und Staatsanwaltschaft auf die Obduktion. "Doch obwohl die Untersuchungen in der Rechtsmedizin über vier Stunden gedauert hat, steht noch nicht fest, war es ein Unfall oder handelt es sich um Tötungsdelikt", berichtet Staatsanwalt Jürgen Heinze am Dienstag. Noch seien viele Fragen offen. Deshalb baue man auf die Aussagen des 43-jährigen Sohnes. Der psychisch kranke Mann war jedoch nach dem Vorfall eingewiesen worden. Er stand offensichtlich unter Medikamenteneinfluss. Bisher ist er nicht vernehmungsfähig.

Dass sich Vater und Sohn stritten, war für die Nachbarn nichts Ungewöhnliches, berichtet der ehemalige Ortsvorsteher Helmut Gies. In der Nacht zum Montag, gegen 3.30 Uhr, seien wieder einmal Schreie aus dem Einfamilienhaus zu hören gewesen – in dieser Nacht jedoch ungewöhnlich laut.

"Die Mediziner haben festgestellt, dass der Mann durch die Einwirkung des Helmhalteriemens zu Tode kam. Ob das allerdings in Folge eines Unfalls oder durch bloße Gewalteinwirkung und dann möglicherweise sogar durch seinen Sohn erfolgte, wissen wir noch nicht", sagte Staatsanwalt Heinze gestern nach der Obduktion.

Weil noch nicht klar ist, ob es sich um ein Unglück oder ein Verbrechen handelt und ob der Sohn überhaupt als Tatverdächtiger infrage kommt, hat die Staatsanwaltschaft noch keinen Haftbefehl gegen ihn beantragt.

In Erbstadt, dem kleinsten Ortsteil von Nidderau, mit seinen knapp 1400 Einwohnern ist das Ereignis in aller Munde. "Die Familie war im Ort bekannt. Eigentümlich hätten sich Vater und Sohn die ganze Zeit über verhalten, berichtet Gies. So soll sich auch der Verstorbene zu Lebzeiten recht eigenartig verhalten haben. Er, obwohl hoch intelligent, ein "durchaus cleveres Kerlchen", wie Nachbarn erzählen, sei auch im Hochsommer in Mantel, Mütze und Schal durch die Gemarkung spaziert. Dabei habe er immer vor sich hin gemurmelt. Ansonsten habe die Familie keinen Kontakt zu den Nachbarn gepflegt.

Quelle: Gießener Allgemeine

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