Der 39-Jährige beim Prozessauftakt.
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Der 39-Jährige beim Prozessauftakt.

39-Jähriger nach brutalem Mord an Pförtner in Psychiatrie

Limburg/Herborn (dpa). Nach dem brutalen Mord an einem Pförtner in Herborn ist ein 39-Jähriger vor dem Landgericht Limburg zu einer dauerhaften Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt worden.

Der Mann habe heimtückisch getötet, sei aber wegen seiner Schizophrenie-Erkrankung nicht schuldfähig, sagte die Vorsitzende Richterin am Mittwoch in ihrer Begründung. Er habe in einem religiös verbrämten Wahn gehandelt und sei bei der Tat völlig von der Vorstellung überwältigt gewesen, den Teufel töten zu müssen.

Schädel zertrümmert

Der 39-Jährige begründete sein Handeln im April in Herborn damit, innere Stimmen hätten ihm die Bluttat befohlen. Das 67 Jahre alte Opfer hatte er vorher nicht gekannt. Auf dem Weg zu dem Pförtnerhaus auf dem Gelände des Herborner Rittal-Werks hatte sich der 39-Jährige nackt ausgezogen und den Mann um Hilfe gebeten. Sein Opfer habe er mehrfach brutal mit einem Metalldeckel und einem Feuerlöscher auf den Kopf geschlagen und den Schädel zertrümmert, sagte ein Mediziner, der die Leiche untersucht hatte.

Der 39-Jährige hatte laut einem psychiatrischen Gutachten die vergangenen Jahre sehr isoliert gelebt und war auch wegen Depressionen behandelt worden. Hinweise auf die Gewalttat habe er aber nicht erkannt, sagte sein damals behandelnder Psychiater aus. Auch bei einer stationären Behandlung in einem psychiatrischen Krankenhaus war die Schizophrenie-Erkrankung nicht erkannt worden. Die nun dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wurde auch mit der hohen Wahrscheinlichkeit begründet, dass der Mann rückfällig wird.

Das Landgericht folgte mit der Entscheidung den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Auf Rechtsmittel gegen das Urteil wurde von beiden Seiten verzichtet. (Foto: dfl)

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