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Paintball: Der etwas andere Kontaktsport

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Keine Angst, getroffen zu werden: Beim Paintball sollte man mutig sein und in Bewegung bleiben. Foto: Kunze
Keine Angst, getroffen zu werden: Beim Paintball sollte man mutig sein und in Bewegung bleiben. © Kunze

Es ist anstrengend, es tut weh, aber es macht Spaß: Paintball. „Ferien zu Hause“ stellt die Teamsportart vor und zeigt, wo man sie in Hessen ausprobieren kann.

Mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde schießen die kleinen Farbkugeln über das Spielfeld. Wäre kein Hindernis im Weg, würden sie locker von der einen Seite des Feldes bis zur anderen fliegen. So aber zerplatzen sie auch mal an einem der Spieler. Die Rede ist von Paintball.

Bei dem bunten Farbenschießen stehen sich die Spielerinnen und Spieler zweier Gruppen auf einem Spielfeld gegenüber. Ausgerüstet sind alle mit kleinen Farbkanonen. Ziel ist es, den Gegner oder die Gegnerin zu treffen. Diejenigen, die jeweils als Letzte ohne Farbkleckse am eigenen Leib auf dem Feld stehen, haben das Spiel gewonnen. So viel sei vorweggenommen: Von der rund 17 Millimeter großen Farbpatrone getroffen zu werden, zwickt ordentlich auf der Haut. Vor allem denjenigen, der es nicht gewohnt ist. Aber: Einen Spieler oder eine Spielerin mit Farbe zu treffen und damit ausscheiden zu lassen, macht ziemlich Spaß – ähnlich dem Gefühl, wenn man beim Völkerball im Schulsport jemanden abgeworfen hatte.

Wer sich aber nur hinter das erstbeste Versteck hockt und darauf hofft, dass die Runde schnell vorüber geht, raubt sich nicht nur selbst den Spielspaß. Nach Meinung der Paintball-Profis von „Taunus Paintball“ in Weilrod sei es auch eine schlechte Strategie: Denn meist ende das damit, dass man von gleich mehreren Gegenspieler eingekesselt und farblich markiert werde.

Also: Mutig sein und sich bewegen, das ist die Devise. Angriff ist schließlich nicht nur auf der Leinwand die beste Verteidigung; auch auf dem Paintballfeld scheint das zu gelten. Neulingen und schmerzempfindlicheren Menschen sei geraten, sich ein gutes Polster anzulegen. Das heißt, auch bei hochsommerlichen Temperaturen lieber Kapuzen-Pulli statt Tank-Top und dicke Jogging- statt kurzer Hose tragen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch erst einmal die Junior-Variante für Kinder ab zehn Jahren probieren. Bei dieser Version fliegen die Farbkugeln mit deutlich weniger Wucht. Ergo: Der Aufprall ist sanfter, aber auch noch spürbar.

Was bewegt jemanden, sich gegenseitig mit den kleinen Farbkugeln zu beschießen, die beim Aufprall auf der Haut mitunter einem fiesen Insekten-Biss gleichen? Derselbe Grund, aus dem andere Fußball, Handball oder Basketball spielen, jedem Verletzungsrisiko zum Trotz: Weil’s einfach Spaß macht, spannend ist und Körper und Geist fordert. Und weil man im Team als Einheit arbeiten muss.

Daher der Experten-Ratschlag: Teamwork statt Ego-Shooter und mit den Mitspielern auf dem Feld kommunizieren. Die ideale Gruppengröße liegt übrigens bei acht bis zehn Personen; also Vier gegen Vier oder Fünf gegen Fünf. Angst um die eigene Gesundheit muss man aber keine haben: Die sensiblen Körperteile, etwa das Gesicht, werden geschützt. Neben der Schutzmaske gibt es auf Wunsch auch einen robusten Brustpanzer (für Frauen und Mädchen beim Taunus Paintball kostenlos).

Und auch um die Kleidung muss man nicht fürchten: Was zunächst nach indischem Holi-Festival aussieht, lässt sich leicht wieder auswaschen. Bevor es losgehen kann, werden alle Spielerinnen und Spieler im richtigen Umgang angeleitet; mit dem Equipment und miteinander. „Ohne Einweisung kein Spiel“, stellt Natan Fenu, Betreiber von „Taunus Paintball“ klar. Für ihn ist „Paintball der schönste Sport der Welt – sofern die Spieler sich immer an die Regeln halten“. Es gilt: Safety First.

Jeder, der spielt, muss sich an zwei unumstößliche Grundsätze halten: 1. Vor dem Betreten des Feldes: Maske auf! 2. Sobald man das Feld verlässt, muss das kleine Stoffbeutelchen über den Lauf der Kanone gezogen werden. Diese sogenannte Laufsocke soll verhindern, dass ein versehentlich gelöster Schuss sprichwörtlich ins Auge geht. Im schlimmsten Falle kann es sonst das Augenlicht kosten. Womöglich auch ein Grund, weshalb böse Zungen behaupten, beim Paintball ginge es nur darum, einander wehzutun und Krieg zu spielen. Einer möglichen Kriegssimulation schieben Fenu und sein Team sofort einen Riegel vor. Das eigene Equipment im Look eines Sturmgewehrs oder Camouflage-Kleidung mitbringen? Absolutes No-Go beim „Taunus Paintball“.

Auch über das Vokabular will man sich dort von Gewaltfantasien distanzieren: Das Spielgerät, das die kleinen Farbkugeln abfeuert, nennt man beim Paintball nicht „Waffe“ oder „Gewehr“, sondern „Markierer“. Und wer von dem Farbklecks erwischt wurde, wurde dementsprechend auch nicht „getroffen“, sondern „markiert“. Wessen Interesse nun für Paintball geweckt wurde, der kann es auf der Outdoor-Anlage „Taunus Paintball“ in Weilrod selbst ausprobieren. Zwei Spielfelder – verteilt auf einer Fläche so groß etwa wie ein Fußballfeld – liegen hier abgelegen im Naturschutzgebiet. Auf dem kleineren Feld wird man zwischen Burgen und Türmchen ins Mittelalter versetzt. Auf dem Nachbarfeld versteckt man sich hinter großen Luftkissen wie bei offiziellen Paintball-Turnieren. Bis spätestens nächstes Jahr soll ein weiteres Feld dazukommen.

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