Strompreis steigt weiter

Der Strompreis für Haushaltskunden hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Das setzt die ganze Branche unter Druck. Unternehmen und Verbraucherzentralen fordern unisono eine deutlich geringere Abgaben- und Steuerlast.
19. Juni 2017, 16:05 Uhr
Derzeit entfallen mehr als 55 Prozent des Strompreises auf Steuern und Abgaben.

Angesichts weiter steigender Haushaltsstrompreise haben Verbraucherschützer und der Energie-Branchenverband BDEW ihre Forderungen nach Steuersenkungen verstärkt.

«Die staatliche Belastung des Strompreises ist auf Rekordhoch. Steuern und Abgaben auf Strom müssen deshalb gesenkt werden, das gilt vor allem für die Stromsteuer», sagte der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Neben einer Abschaffung der Stromsteuer von sieben Prozent auf den Strompreis sollten künftig auch Steuerbefreiungen für energieintensive Industrieunternehmen aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden, fordert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Sie dürften nicht weiter auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Der Strompreis für Haushaltskunden hat sich nach Angaben der Preisportale Check24 und Verivox von Januar bis Juni um durchschnittlich 2,5 bis 3 Prozent erhöht. Umgerechnet auf 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch einer Durchschnittsfamilie stieg der Preis laut Verivox auf knapp 83 Euro im Monat. Check 24 kam auf 84 Euro für Sondervertragskunden und knapp 89 Euro für Kunden in der teureren Grundversorgung. Weitere Preiserhöhungen seien zum neuen Jahr wegen steigender Netzentgelte möglich, sagten die Preisportale voraus.

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Strompreis für den Endverbraucher in etwa verdoppelt. Kritiker sehen den Hauptgrund in der stark gewachsenen Abgabenlast zur Förderung der Energiewende und in den steigenden Netzentgelten für den Ausbau und Erhalt des Stromnetzes. Derzeit entfallen mehr als 55 Prozent des Strompreises auf Steuern und Abgaben. Das entspricht für das Gesamtjahr 2017 voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Netzentgelte. Nur etwa ein Fünftel des Strompreises entfallen auf die Beschaffung und den Stromverkauf.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Stefan Kapferer
  • Steuerbelastung
  • Strompreise
  • Stromsteuern
  • Verbraucherzentralen
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.