Tomaten aus dem All

02. Februar 2017, 18:22 Uhr
Tomaten wachsen unter blauem Licht in einem Experiment des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. (Foto: dpa)

Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt will Ende 2017 einen Satelliten zur Tomatenzucht ins All schicken. Es gehe um ein System zur Nahrungsmittelproduktion, das sich selbst erneuere, erläuterte DLR-Vorstandsmitglied Hansjörg Dittus die Tage in Berlin.

Unter den wachsamen Blicken 16 kleiner Kameras sollen im All Samen keimen und zu kleinen Weltraum-Tomaten heranwachsen. Der Satellit soll eineinhalb Jahre lang in 600 Kilometer Höhe um seine eigene Achse rotieren und in seinem Inneren jeweils ein halbes Jahr lang die Schwerkraft von Mond und Mars sowie Schwerelosigkeit bieten. Wenn das Experiment glückt, ist die Ernte künftig als Astronautennahrung gedacht.

Für die Tomatenzucht im All wird am DLR-Standort Bremen ein Flugmodell gebaut und getestet. Am Jahresende soll der Satellit als Beiladung mit einer Trägerrakete der privaten Raumfahrtfirma SpaceX abheben. »Wir nutzen eine Mitfluggelegenheit«, sagte Dittus. »Alles andere wäre unbezahlbar«. Allein der Transport ins All koste bereits fünf Millionen Euro.

Die Wissenschaftler wollen mit dem Satelliten eine Art Gewächshaus simulieren und testen, das auf Mond oder Mars im Inneren einer Astronautensiedlung stehen könnte. Die Idee ist, dass die Crew dort frische Lebensmittel anbauen kann. In einem geschlossenen System würden dabei Abfälle in Dünger umgewandelt. Als Quelle könnte auch der Urin der Astronauten dienen. Beim Testlauf im All dient bereits künstlicher Urin als Dünger. Augentierchen sind auch mit an Bord, um zum Beispiel Sauerstoff zu liefern.

In erhabener Stille schimmert das Tote Meer türkisblau in der milden Wintersonne. Die Wellen rollen sanft ans Ufer. Ein paar Touristen waten langsam ins Wasser. Wegen des extrem hohen Salzgehalts – mit 34 Prozent zehnmal höher als im Ozean – kann man sich im Toten Meer treiben lassen wie ein Korken, der nicht untergeht. Es ist ein einzigartiger Ort, gelegen am tiefsten begehbaren Punkt der Erde – etwa 420 Meter unter dem Meeresspiegel. Besucher des Naturwunders fühlen sich in der spektakulären Landschaft mit sandsteinfarbenen Bergen zurückversetzt in biblische Zeiten.

Doch die Idylle ist in Gefahr. Das als Heilquelle vor allem für Hautkranke und Allergiker bekannte Meer, das zwischen Jordanien, Israel und den Palästinensergebieten liegt, trocknet langsam aus. »Gut einen Meter sinkt der Wasserspiegel im Jahr«, sagt die deutsche Umweltschützerin Gundi Schachal, die seit Jahrzehnten im Kibbuz Ein Gedi in Ufernähe lebt.

 

Vom Zufluss abgepumpt

 

Ein Grund ist, dass das Süßwasser aus seinem Hauptzufluss, dem Jordan, fast komplett abgepumpt wird. Im Süden des Sees tragen die Unternehmen Dead Sea Works und die Arab Potash Company (Jordanien) zum Rückgang des Wasserpegels bei. Sie lassen Wasser verdampfen, um kostbare Mineralstoffe zu gewinnen.

Früher konnten Besucher des Ein Gedi Spa direkt ins Wasser gehen, heute muss ein Traktor sie in kleinen Wagen fast zwei Kilometer weit an den Strand ziehen, der immer weiter zurückweicht. Schachal kam 1979 zum ersten Mal in den Kibbuz. »Damals kam das Wasser noch fast bis an die Hauptstraße«, erzählt die 54-Jährige wehmütig. Auf dem Weg zum Strand lauern Tücken. Die Erde ist porös, bei jedem Schritt muss man fürchten, der Boden könnte einbrechen. Rund 5000 Senklöcher haben sich in den vergangenen Jahrzehnten gebildet. Jedes Jahr kommen rund 300 weitere dieser gefährlichen Erdlöcher dazu.

Vier Menschen seien bereits verletzt worden, als der Boden plötzlich unter ihnen einstürzte, erzählt Schachal. »Bitte nicht alleine herumgehen, es ist wirklich gefährlich«, mahnt die Frau, während sie in dem apokalyptisch wirkenden Sperrgebiet vorausläuft. Einige der schweren Betonplatten, auf denen früher noch die Zelte standen, sind mittlerweile eingebrochen, weil das Erdreich unter ihnen nachgab.

Heute ist das Campen verboten, entlang des ganzen Ufers stehen Schilder, die vor den Senklöchern warnen. Der Strand ist nur noch an wenigen Stellen zugänglich und die Zahl der Touristen ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken, von 183 500 im Jahr 2010 auf 143 500 im Jahr 2015. Einige der Löcher, die bis zu 25 Meter tief und 40 Meter breit werden können, ähneln riesigen Mondkratern, manche davon sind mit Wasser gefüllt. Die Löcher entstehen, weil unterirdische Salzschichten durch Süßwasser ausgewaschen werden, das dem sich zurückziehenden Meerwasser nachfolgt. Dadurch entstehen Hohlräume unter der Oberfläche.

Zur Rettung des Toten Meers haben sich die Anrainer Israel, Jordanien und die Palästinenser mit der Weltbank auf den Bau eines »Friedenskanals« geeinigt. Vom Roten Meer soll Wasser in eine Entsalzungsanlage in der jordanischen Küstenstadt Akkaba gepumpt und dort zu Süßwasser verwandelt werden.

Die übrig gebliebene Salzlake soll durch eine Pipeline ins 180 Kilometer entfernte Tote Meer gepumpt werden. Durch den Transport auf abfallendem Gelände soll zusätzlich Strom gewonnen werden.

 

Folgen fürs Ökosystem

 

Das Projekt »Friedenskanal« könnte Auswirkungen auf das Ökosystem haben. »Das Wasser im Roten Meer hat eine ganz andere Chemie als das Wasser im Toten Meer«, sagt Schachal. Durch die Mischung könne sich etwa Gips bilden. Außerdem könnten Algen aus dem Roten Meer importiert werden, die das Ökosystem im Salzmeer stören könnten.

Die deutsche Naturschützerin, die im Kibbuz auch einen kleinen Zoo betreibt, plädiert für eine Wiederbelebung des Jordan-Flusses, indem man weniger Wasser abpumpt.

In 30 Minuten von San Francisco nach Los Angeles – Münchner Studenten haben für diese Vision des Tesla-Gründers Elon Musk die schnellste Transportkapsel entworfen. »Gratulation für das WARR Hyperloop Team für die schnellste Kapsel«, heißt es auf dem Twitter-Account des Raumfahrtprojekts SpaceX. Mit einer »Hyperloop« genannten Röhre will Musk Passagiere per Unterdruck mit nahezu Schallgeschwindigkeit künftig wie eine Art Rohrpost transportieren. Insgesamt nahmen 29 Teams aus aller Welt an dem Wettbewerb teil.

Den ersten Preis erhielt ein Studententeam von der Technischen Universität Delft. Das Design und die Gesamtleistung ihrer Kapsel wurde von der Jury hervorgehoben. Das Fahrzeug aus den Niederlanden war allerdings einen Kilometer pro Stunde langsamer als die Kapsel der Münchner, die eine Spitzengeschwindigkeit von 94 Kilometern pro Stunde erreichte. Musk sagte zu Beginn des Wettbewerbs, er könne sich gut vorstellen, dass diese Geschwindigkeiten in absehbarer Zeit fünf bis zehn Mal so hoch seien können.

Es war der erste Wettbewerb für das ambitionierte Projekt des Raumfahrtsunternehmens SpaceX, mit dem Musk den Personenverkehr revolutionieren will. Insgesamt waren 27 Teams nach Kalifornien gereist, um am Wochenende ihre Version vor Ort in der Transportröhre zwischen Los Angeles und San Francisco zu präsentieren.

Die Internationale Raumstation ISS ist unter gewissen Voraussetzungen mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen. Mit ihrer Spannweite von 109 Metern reflektiert sie das Sonnenlicht. Beobachtet werden kann sie nur früh morgens oder am Abend, wenn sie sich weder auf der anderen Erdseite noch im Erdschatten befindet. In 400 Kilometern Höhe braucht die Station bei einer Geschwindigkeit von 28 800 Kilometern pro Stunde rund 90 Minuten, um die Erde zu umkreisen. Die Station sieht dabei aus wie ein Flugzeug oder ein heller Stern, der sich von West nach Ost bewegt.

Ob die ISS zu sehen ist, hängt sowohl vom Standort des Beobachters am besten besonders dunkel – ab, als auch davon, wie sehr die Station das Sonnenlicht reflektiert. Die Helligkeit von Himmelskörpern wird in Magnituden gemessen: Je weiter der Wert ins Negative reicht, umso heller ist das Objekt. Für die Sonne werden etwa minus 26 Magnituden gemessen. Im günstigsten Fall erreicht die ISS einen Wert von weniger als minus fünf Magnituden und strahlt damit mehr als der hellste Stern Sirius (minus ein).

Erst wenn die ISS mindestens in einem Winkel von zehn Grad über dem Horizont steht, stören den Beobachter keine Lichtquellen der Erde mehr.

Staub saugen, Fenster putzen und Rasen mähen – das könnten einmal alles Roboter tun, meinen viele Deutsche. Doch sie sehen auch Probleme beim Einsatz elektronischer Helfer. Knapp 80 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, einmal die Dienste eines Roboters zu nutzen. Ganz vorne steht dabei der Einsatz als Staubsauger (57 Prozent) und Rasenmäher (53 Prozent). Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov unter insgesamt 2048 Menschen in Deutschland hervor.

Auch zum Überwachen ihres Hauses (44 Prozent) oder als Fensterputzer (42 Prozent) könnten sie Menschen dienen. Einige nutzen die elektronischen Helfer bereits für die genannten Tätigkeiten – etwas die runden, kabellosen Staubsauger, die selbsttätig durch Räume fahren.

Weniger vorstellbar waren der Einsatz von Robotern zum Autofahren (18 Prozent) und Kochen (13 Prozent). Für die meisten Menschen ungeeignet erscheinen Roboter zur Alten- und Krankenpflege, zur sexuellen Befriedigung und zur Kinderbetreuung – nur 11,7 und vier Prozent können sich einen Einsatz in den Bereichen vorstellen.

Als mögliches schwerwiegendes Problem beim Zusammenleben mit Robotern sehen 51 Prozent der Befragten deren Fehleranfälligkeit.

Eine über Jahre angelegte Längsschnittstudie mit Zwillingen zu den Ursachen von Erfolg und Ungleichheit im Leben hat eine erste Zwischenbilanz gezogen. Danach sind genetische Anlagen und die Umwelt gleichermaßen für die Entwicklung junger Menschen verantwortlich. Mit zunehmendem Alter übernehme aber der genetische Einfluss die führende Rolle, sagt Professor Rainer Riemann von der Universität Bielefeld. Kommen demnach junge Menschen ins Erwachsenenalter, so geht der familiäre Einfluss zurück und die genetischen Anlagen bestimmen mehr über die Entwicklung.

Bei Zwillingen gibt es der Studie zufolge noch einen bedeutsamen Unterschied. Bei ihnen spielt es eine Rolle, ob sie ein- oder zweieiig sind. Eineiige Zwillinge blieben in ihrem Verhalten recht ähnlich, zweieiige nicht, erläuterte der Forscher. Auch zur Frage »Zu welcher Partei tendieren Sie am ehesten?« gab es erste Ergebnisse. So bevorzugen Kinder aus Familien mit hohen Bildungsabschlüssen eher sozialdemokratische oder linke Parteien.

Für die Studie der Universität Bielefeld und der Universität des Saarlandes werden 4000 Zwillingspaare und deren Familienangehörigen umfassend befragt. Über einen Zeitraum von acht Jahren werden sie wiederholt befragt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Astronautinnen und Astronauten
  • Elon Musk
  • ISS
  • Roboter
  • Satelliten
  • Senioren
  • SpaceX
  • Studenten
  • Süßwasser
  • Tomaten
  • Universität Bielefeld
  • Universität des Saarlandes
  • Weltbank
  • Ökosysteme
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.