Der pflegearme Wacholder im Garten

Grünes fällt im grünen Garten wenig auf - bis der Winter kommt und Laubbäume und viele Sträucher kahl sind. Immergrün sind Nadelbäume wie der Wacholder. Sein Vorteil: Es gibt ihn in vielen Wuchsformen für verschiedene Zwecke im Garten. Und er ist pflegearm.
14. Dezember 2017, 04:35 Uhr
Von Dorothée Waechter, dpa
Der immergrüne Wacholder ist ein pflegearmes Gewächs mit kleinen Beeren. Sie werden gerne zum Kochen verwendet. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)

Berlin (dpa/tmn) - Der Wacholder hat eine Grundeigenschaft, die viele Hobbygärtner suchen: Er ist pflegeleicht. «Den säulenförmigen Sorten kann man in der Jugend durch Schnitt der Form einen Kick geben», sagt Holger Hachmann vom Bund Deutscher Baumschulen in Berlin.

Im Alter sind die Nadelbäume mit Zapfen, die an kleine Beeren erinnern, aber ein Selbstläufer. Der Wacholder ist außerdem ökologisch wertvoll, denn seine männlichen Blüten sind im Frühling Pollenspender für die Bienen. «In dem dichten Astwerk nisten Vögel gerne», ergänzt Baumschulmeister Hachmann. Und die Beerenzapfen ernähren die gefiederten Gartenbewohner.

«Man unterscheidet zwischen den säulenförmig wachsenden, den kriechenden und den überhängend, trauernden Formen von Wacholder», erläutert der Baumschulmeister Hachmann.

- SÄULENFÖRMIG: Der beliebstete Vertreter der säulenförmigen Wacholder ist die Sorte 'Blue Arrow' der Art Juniperus scopulorum - auch als Raketenwacholder bezeichnet. «Die säulenförmigen Wacholder übernehmen in unseren mitteleuropäischen Gärten die Funktion einer mediterranen Zypresse», erklärt der Experte Hachmann. Vor allem in Italien werden diese schlanken, hohen Gehölze als markante Elemente der Gartengestaltung verwendet, allerdings fehlt ihnen in unseren Breiten die Winterhärte.

Die Sorte 'Blue Arrow' zeichnet sich durch einen sehr schlanken Wuchs und eine schöne Blaufärbung der Nadeln aus. Die Sorte 'Skyrocket' wächst ähnlich, allerdings ist sie anfälliger für Krankheiten wie das sogenannte Zweigsterben. «Ein bauchiger Wuchs und stahlblaue Nadeln zeichnen die Sorte 'Wichita Blue' aus», ergänzt Hachmann eine Empfehlung.

- KRIECHEND: «Die kriechenden Arten und Sorten werden klassisch als Bodendecker verwendet», erläutert Hachmann. Die dienen überhängend auch als Schmuck von Mauern. Als besonders gesunde Form empfiehlt Hachmann die Sorte 'Ice Blue' des Teppich- oder Kriechwacholders (Juniperus horizontalis). Sie hat silbrig blaue Nadeln, bildet dichte Verzweigung, und ihr Stamm erreicht nach etwa zehn Jahren einen Durchmesser von einem knappen Meter. Sie wird nur maximal 50 Zentimeter hoch.

Schöne Alternativen sind Sorten mit weißbunten oder gelben Nadeln, die man durch ähnliche Blütenfarben oder Natursteine im Umfeld des Kriechwacholders betonen kann.

- ÜBERHÄNGEND: Exemplare mit dieser Wuchsform stammen vor allem vom Virginischen Wacholder (Juniperus virginiana) ab. «Seltener ist die Form Juniperus rigida 'Pendula'», ergänzt Hachmann.

Ein schöner Vertreter der Wuchsgruppe ist die gleichnamige Sorte 'Pendula' der Art Juniperus virginiana. Sie schmückt ihre Seitentriebe mit grünen Nadeln und erreicht dabei eine Höhe von maximal zwei Metern und eine Breite von gut einem Meter.

- STANDORT: Wacholder haben es gerne sonnig im Garten. «Die Standortbedingungen kann man sehr schön vom Naturstandort des heimischen Wacholders in der Lüneburger Heide ableiten», erläutert der Baumschulmeister. Dort gibt es lehmigen Sand, den Wacholder auch bevorzugen.

«Arme Böden sind kein Problem», ergänzt Hachmann. Nach seinen Erfahrungen kommt es aber auf feuchten, zu nährstoffreichen Böden eher zu Krankheiten wie das durch Pilze verursachte Zweigsterben, während nährstoffarme Böden die Entwicklung des Gehölzes deutlich ankurbeln.

- KRANKHEIT: Es gibt einen Nachteil, um den Hobbygärtner wissen sollten: «Der Wacholder ist Wirtspflanze für den Birnengitterrost», erklärt Marianne Genenger-Hein, Geschäftsführerin des Landesverbandes Rheinland der Gartenfreund. Sie rät daher davon ab, den Wacholder in Kleingartenanlagen zu pflanzen. «Meist reicht schon ein Baum, um die Ausbreitung dieses Rostpilzes an den Birnbäumen in einer ganzen Anlage zu fördern», sagt Genenger-Hein.

Befallene Obstgehölze erkennt man leicht an orangenen Flecken auf dem Laub. Dreht man die Blätter um, so entdeckt man auf der Unterseite Sporenbehälter des Pilzes, die gitterförmig aufreißen, wenn sie reif sind. Durch die geschädigten Blätter werden die Bäume geschwächt, die Ernte wird vermindert, und nicht selten fördert der Pilz als Stressfaktor das Absterben des ganzen Baumes.

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