Skaterhockey

Assenheim verpasst Bundesliga-Aufstieg

Die Rhein-Main Patriots haben im »Endspiel« um den Aufstieg in die Skaterhockey-Bundesliga gegen Düsseldorf vor 300 Zuschauern dreimal einen Rückstand wettgemacht, aber mit 5:7 verloren.
04. November 2017, 22:52 Uhr
Dennis Schlicht, bedrängt von Tobias Schubert, scheitert an Aaron Brosch im Tor der Düsseldorf Rams und verpasst mit den Rhein-Main Patriots die Rückkehr in die Skaterhockey-Bundesliga. (Foto: Chuc)

Enttäuschung in Assenheim: Die Rhein-Main Patriots haben am Samstagabend in einem »Endspiel«, nämlich Spiel drei einer Best-of-three-Serie, die Rückkehr in die Skaterhockey-Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Stefan Napravnik unterlag den Düsseldorf Rams, dem deutschen Rekordmeister, mit 5:7 (1:4, 3:0, 1:3). »Das ist ärgerlich. Am Ende haben Nuancen den Unterschied ausgemacht«, sagt Patric Pfannmüller. Der Sportliche Leiter zeigte sich aber gefasst. »Die Welt geht davon jetzt nicht unter. Die Jungs wissen, dass sie eine gute Saison gespielt haben.«

Vor 300 Zuschauern - so viele  hatten zuletzt das Europapokal-Turnier 2004 und das Gastspiel von Eishockeyprofi Harry Lange im Sommer 2015 in die Halle nach Assenheim gelockt -  konnten die Gastgeber dreimal einen Rückstand ausgleichen (zwischenzeitlich 4:4 nach 1:4), doch war letztlich die Verantwortung auf viel zu wenige Schultern verteilt. Die Schlicht-Zwillinge Sven und Dennis erzielten je zwei Tore. Zudem traf Andre Gabler. Mit Torschützenkönig Max Keusen (Handbruch) und »Bomber« Jan Barta (privat verhindert) fehlten neben Topscorer und Eishockeyprofi Tim May zwei Torjäger, obendrein lief Tobias Etzel, einer, der immer für einen Treffer gut ist, aufgrund einer Knieverletzung merklich gehandicapt auf. Den Ausfall von gleich mehreren Spielern dieser Qualität - das war zu erwarten - würde kaum zu kompensieren sein und zeigt zugleich auch, dass die Erstliga-Rückkehr nach zwei Zweitliga-Jahren wohl auch zu früh gekommen wäre. Den Hessen fehlt die qualitative Tiefe im Kader.

Der zweite entscheidende Faktor: die Torwart-Position. Aaron Brosch im Tor der Rams gewann das Fernduell gegen Felix Heyde. Gerade als das Momentum zu kippen schien, jeweils Mitte des zweiten und des dritten Abschnitts, entschärfte Brosch mehrfach die sogenannten »Hundertprozentigen« der Gastgeber und hielt seine jungen Vorderleute, denen in diesen Phasen die Nerven gehörig geflattert, im Spiel.

Schon früh, nach nur 20 Minuten, agierten die Patriots mit nur zwei Blöcken; eine kraftraubende Angelegenheit. Wie schon in den ersten beiden Duellen hatten die Rheinländer, vom mitgereisten Anhang stimmungsvoll unterstützt, losgelegt wie die Feuerwehr. Und: Die Düsseldorfer nutzen gleich ihre ersten zwei Powerplay-Situationen quasi wie selbstverständlich zu zwei Toren binnen 60 Sekunden (von 1:2 auf 1:4/17.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen dann die Gastgeber besser in die Partie. Dennis Schlicht, der schon das 1:1 erzielt hatte, traf zum Überzahl zum Anschluss, dem Andre Gabler mit einer Willensleistung den dritten Treffer der Patriots folgen ließ. Assenheim war wieder im Spiel, wirkte beflügelt. Die große Frage: Würden die Patriots zuerst die Kräfte oder die junge Mannschaft aus Düsseldorf die Nerven verlieren? Mit einem Bauerntrick konnte Sven Schlicht noch vor dem zweiten Seitenwechsel ausgleichen.

 

Last auf zu wenigen Schultern

 

Der Schlussabschnitt war an Spannung kaum zu überbieten. Johann Schardt traf den Innenpfosten, im Gegenzug bekam Heyde den Ball nicht zu fassen, und die Kugel kullerte über die Linie - 4:5. Düsseldorf hatte in einer dreieinhalbminütigen Überzahl die Gelegenheit, den Sack zuzuschnüren, wirkte angesichts der zunehmenden Dramatik längst nicht mehr so locker und flüssig in seinen Aktionen. Nach toller Vorarbeit von Etzel konnte Sven Schlicht ausgleichen (51.). Er, der mit seinem Block kaum noch vom Feld ging, traf wenig später noch die Latte, ehe die Rams mit einem erneuten Doppelschlag (53./55.) spielentscheidend zum dritten Mal die Führung übernehmen konnten.

Ein kleiner Trost für die Patriots: Erstliga-Absteiger TV Augsburg (2012 noch Deutscher Meister und 2013 bis 2015 Europapokalsieger) sowie Ex-Bundesligist IHC Atting als Aufsteiger aus der Regionalliga machen die Konkurrenz der 2. Bundesliga im kommenden Sommer so attraktiv wie nie zuvor.

Rhein-Main Patriots: Heyde (ab 59. Dombrowsky; Lachmann, Blum, Schadt, Aletter, Neumann, Sven Schlicht (2), Dennis Schlicht (2), Etzel, Gabler (1), Juli, Schneider, Schäfer, Rosandic.

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