Derby-Erfolg

Rote Teufel feiern einen Sieg für Herz und Kopf

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim bezwingt die Kassel Huskies nach emotionalen 60 Minuten. Nach frühem Zwei-Tore-Rückstand spielen die Roten Teufel mit großem Herz und kühlem Kopf.
08. Oktober 2017, 22:25 Uhr
Tor für den EC Bad Nauheim : Daniel Stiefenhofer (ganz links) trifft zum 4:2-Zwischenstand beim 5:3-Erfolg. (Foto: Nici Merz)

Bad Nauheim jubelt, singt und tanzt. Die Roten Teufel haben ihre schwarze Serie gegen die Kassel Huskies (null Punkte im Vorjahr) beendet und am Sonntag mit einem 5:3 (1:2, 3:0, 1:1)-Erfolg die richtige Reaktion auf die 1:6-Niederlage am Freitag in Dresden gezeigt. Und dabei hatte der Abend vor offiziell 3183 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion (gefühlt waren es 300 bis 400 Fans mehr) für den Eishockey-Zweitligisten aus der Wetterau denkbar schlecht begonnen. Nach nur sechs Minuten lagen die Hausherren mit zwei Toren im Rückstand, zeigten aber Herz und Leidenschaft und kamen mit einem langen Anlauf in die Partie, die mit fünf Treffern in Folge entschieden wurde. Zweifacher Torschütze war Cody Sylvester, zudem trafen Mike McNamee, Noureddine Bettahar und Daniel Stiefenhofer.

 
Fotostrecke: EC Bad Nauheim - EC Kassel Huskies

In der 26. Minute bekamen die Roten Teufel das so wichtige Momentum auf ihre Seite. Mit einem Schuss aus spitzem Winkel in das kurze Eck hatte Mike McNamee das Spiel ausgeglichen und zugleich den Arbeitstag von Markus Keller, dem Ex-Teufel im Huskies-Tor, vorzeitig beendet. Für Keller kam der 19-jährige Marco Pantkowski. »Ein Tor, das man nicht bekommen muss«, erklärte Rico Rossi seine Entscheidung. Schon mit Bezug auf den ersten Treffer, das Unterzahl-Tor von Cody Sylvester /11.), hatte der Gäste-Coach eine vergleichbare Formulierung gewählt.


1:6 aus Dresden völlig vergessen

Bad Nauheim war nach langem Anlauf endlich im Spiel angekommen und wirkte beflügelt. Das 1:6 von Dresden, der schnelle Zwei-Tore-Rückstand (Müller/6 und Klinge/7.) - all das war plötzlich vergessen. Zweikämpfe, die in den ersten 20 Minuten, als Torwart Felix Bick seine Mannschaft im Spiel gehalten hatte, noch verloren worden waren, wurden nun mit einer großen Willensleistung gewonnen. Spätestens als Noureddine Bettahar nur zwei Minuten später Bad Nauheim spektakulär im Fallen in Führung gebracht hatte, stand das Stadion kopf. »Ich bin einfach vor das Tor, und irgendwie hab ich die Scheibe getroffen«, beschreibt der Stürmer seinen ersten Pflichtspieltreffer.


Der frühe Rückstand habe die Mannschaft nicht aus der Bahn geworfen. »Wir haben positiv gedacht. Es war noch genug Zeit«, sagt der 22-Jährige. Neun Minuten später drückte zudem Daniel Stiefenhofer den Puck zum 4:2 über die Linie - das Blatt hatte sich endgültig gedreht. Die Verletzung von Huskies-Kapitän Manuel Klinge, der sich in jener Situation das Knie verdreht hatte und die Partie beenden musste, bedeutete für die Gäste einen weiteren Genickschlag.

Bad Nauheim konnte den Schwung in den Schlussabschnitt übertragen. Defensiv standen die Gastgeber nun kompakt, hatten immer wieder einen Schläger dazwischen und ließen kaum klare Torchancen zu. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nahmen die Huskies den Torhüter vom Eis, und als ein Befreiungsschlag von Sylvester ins Tor trudelte, konnte die Party auf den Tribünen, wo es längst keinen mehr auf den Sitzen gehalten hatte, beginnen. Der dritte Huskies-Treffer durch Lukas Koziol ist lediglich von statistischer Bedeutung.

EC Bad Nauheim: Bick - Lehikoinen, Slaton, Trivellato, Stiefenhofer, Ketter, Erk, Mannes - Livingston, Sylvester, Frosch, Krestan, McNamee, Bettahar, Meisinger, Brandl, Pauli, Kolb, Lange, Ratmann.

Kassel Huskies: Keller (ab 26. Pantkowski - Reiß, Little, Heinrich, Müller, Rogl, Kraus - Kuchejda, Klöpper, Meilleur, Pimm, McGrath, Klinge, Della Rovere, Merl, Carciola, Christ, Lambacher, Ritter, Koziol.

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (6.) Merl (Meilleur), 0:2 (7.) Klinge (Pimm, McGrath), 1:2 (11.) Sylvester (Bick, Slaton - 4-5), 2:2 (26.) McNamee (Bettahar, Ketter), 3:2 (29.) Bettahar (McNamee), 4:2 (37.) Stiefenhofer (Sylvester, Livingston), 5:2 (59.) Sylvester (Slaton, Lehikoinen - Empty-Net), 5:3 (60.) Koziol (Ritter, Kraus). - Schiedsrichter: Florian Zehetleitner/Alfred Hascher. - Strafminuten: Bad Nauheim 8 plus zehn Minuten (Livingston), Kassel 4 plus zehn Minuten (Della Rovere). - Zuschauer: 3183.

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