Zwölf Neue

Gleicher Etat – gleiches Ziel

Der EC Bad Nauheim nimmt einen erneuten Anlauf in die Playoffs der Deutschen Eishockey-Liga 2. Mit zwölf Neuzugängen, einem 2,5 Millionen-Etat und einer noch offenen Stelle im Kader.
12. August 2017, 10:00 Uhr
Saisoneröffnung: Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim präsentiert in den Räumlichkeiten der Stadtwerke gleich zwölf neue Gesichter. Die Playoff-Teilnahme ist das Ziel. (Foto: Nici Merz)

Schnell, hungrig und motiviert! Diese drei Attribute sollen den Kader des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim in der Saison 2017/18 charakterisieren. Der Umbruch sei größer ausgefallen als geplant, räumt Petri Kujala, der Trainer, ein. »Aber wir sind sehr zufrieden über die Mannschaft, die wir mit unseren Mitteln zusammenstellen konnten.« Am Freitagmittag haben die Roten Teufel im Rahmen der traditionellen Saisoneröffnungspressekonferenz in den Räumlichkeiten von Werbepartner Stadtwerke Bad Nauheim gleich ein Dutzend neuer Gesichter präsentiert, über Projekte, Zahlen, Ziele und auch die letzte Baustelle im Kader, die Torwart-Position, gesprochen, bevor die Siebensachen für die Fahrt ins Trainingslager nach Dresden gepackt wurden.

 

 
Fotostrecke: Saison Eröffnungs-Pressekonferenz EC Bad Nauheim



Guryca-Nachfolge noch ungeklärt

Wer wird Nummer zwei hinter Felix Bick?: Die Trainingstage von Dresden könnten eine Antwort geben. Justin Figge (19 Jahre) aus dem Nachwuchs der Iserlohn Roosters und Ansgar Preuß (21 Jahre) vom Oberligisten Hannover Indians werden die Roten Teufel in die Sachsen-Metropole begleiten, um sich für die Position von Jan Guryca (lange Pause nach Kreuzband-OP) zu empfehlen. Geschäftsführer Andreas Ortwein macht in diesem Zusammenhang deutlich: »Wenn wir einen klassischen Nummer-zwei-Torwart finden, werden wir diesen verpflichten.

Aber der Markt ist überschaubar.« Nils Flemming, Torwart aus dem eigenen Nachwuchs, steht aus schulischen Gründen im Trainingsbetrieb nicht zur Verfügung. Derzeit gleiche man zudem Spielpläne mit DEL-Klubs ab, um über eine weitere Förderlizenz-Kooperation eine Nummer zwei zu lizenzieren, die bei Bedarf eingesetzt werden kann.

Der Etat: Die Roten Teufel planen auf dem Vorjahres-Level. Mit einem 2,5 Millionen-Budget. Dies setzt sich unter anderem aus 900 000 Euro an Sponsoreneinnahmen, 700 000 Euro aus dem Ticketverkauf und 100 000 Euro aus dem Bereich Merchandising zusammen. Demgegenüber stehen unter anderem Ausgaben für den Kader (samt Trainer und Betreuer) in Höhe von 930 000 Euro, für das Verwaltungspersonal (270 000 Euro), Mieten (Stadion/Wohnungen) 370 000 Euro oder auch für das Material (100 000 Euro). Am Kader seien keine Abstriche gemacht worden. In der Verwaltung sei hingegen »gestrafft« worden, sagt Ortwein. Die Einführung des vierten Unparteiischen in allen Spielen schlage mit Zusatzkosten von rund 7000 Euro zu Buche. Mit Verband und den Schiedsrichter sei eine Kompromisslösung gefunden worden.

Der Kader/das Ziel: »Ganz so umfangreich hatten wir den Umbruch nicht geplant. Andererseits sind zwölf Neuzugänge auch erfrischend«, sagt Petri Kujala. Ein wesentliches Auswahlkriterium bei der Kaderplanung: »Wir haben keinen Spieler geholt, der mit einem DEL2-Vertrag zufrieden ist. Egal, ob Ausländer oder junge Deutsche: Bad Nauheim kann bei guten Leistungen ein Sprungbrett sein.«

Über den Substanzverlust der Abgänge wollte der Coach nicht sprechen: »Darüber denkt man nicht nach.« Die Mannschaft habe das Zeug, einen Playoff-Platz zu erreichen. Und dann sei ohnehin alles möglich. »Und wenn der Meister wieder aus Hessen kommt, dann sind nach Kassel und Frankfurt wir an der Reihe«, sagt der 46-Jährige augenzwinkernd. Wen seine Mannschaft hinter sich lassen könnte, wollte Kujala nicht preisgeben. »Das wäre respektlos gegenüber den anderen Klubs. Jeder Verein hat sich verstärkt. Insgesamt ist die Liga ausgeglichener. Dennoch bin ich zuversichtlich.«

Aus der eigenen Jugend sollen Verteidiger Janik Langer (kann noch im Nachwuchs spielen) und Stürmer Florian Flemming (absolviert die Vorbereitung beim Oberligisten Braunlage) in den Profi-Bereich hineinschnuppern. Travis Pruden, der dritte potenzielle Kandidat, hat sich hingegen zu einem Wechsel an eine nordamerikanische Highschool entschieden.

Neuer hauptamtlicher Beteuer

Das Trainingslager: Am Sonntagmorgen geht’s los. Mit dabei: Drei Torhüter, acht Verteidiger, 13 Stürmer sowie Matthias Baldys, der Sportliche Leiter, und Oliver König, der neue hauptamtliche Betreuer. Das Förderlizenz-Quartett aus Düsseldorf absolviert die Vorbereitung im Rheinland. »Das finde ich sehr gut. Die Jungs sollen bei ihrem Klub eine faire Chance haben, sich auch zu zeigen und zu empfehlen«, sagt Kujala. Inwiefern tatsächlich Förderlizenzspieler in Bad Nauheim zum Einsatz kommen, wollte Kujala nicht näher erläutern. »Das wird die Saison zeigen.«

Am Sonntagabend geht die Mannschaft erstmals auf das Eis. Je zwei Eis-Einheiten werden Montag, Dienstag und Donnerstag absolviert. Ein sogenanntes Teambuildung-Event am Mittwoch sowie die Partie am Freitag gegen die gastgebenden Eislöwen runden das Programm ab. Kujala schätzt in Dresden die kurzen Wege, spricht nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr von optimalen Bedingungen. »Die Jungs sehen ohnehin nur die Eishalle und ihre Unterkunft. Und da bietet Dresden optimale Voraussetzungen«.

Heimpremiere am 1. September

Das Vorbereitungsprogramm: Nach dem Spiel am Freitag geht’s zurück in die Wetterau. Am Samstag präsentiert sich die Mannschaft im Rahmen der Eröffnungsfeier auf dem Aliceplatz in Bad Nauheim, und nach einem freien Sonntag geht’s ab 21. August noch einmal vier Tage nach Limburg. Nach den Spielen in Heilbronn (25. August) und Essen (27. August) soll in Bad Nauheim ab 29. August Eis zur Verfügung stehen. Am 1. September sind die Füchse Duisburg im Colonel-Knight-Stadion zu Gast. Nach dem Rückspiel in der Wedaustadt (3. September) kommt Kooperationspartner Essen an einem Dienstagabend (5. September) in die Wetterau. Spiele in Tilburg (8. September) und gegen die Niederländer (10. September) runden die Vorbereitung ab.

Die Partnerschaft mit den Stadtwerken: Peter Draussing, der Geschäftsführer des Energiedienstleisters, hat die Kooperation mit dem DEL2-Klub unter das Motto »Highspeed-Sport trifft Highspeed-Netz« gestellt. Der Beitrag zur Finanzierung der LED-Videowand, die voraussichtlich erst zum zweiten Pflichtspiel in Betrieb genommen werden kann, sei nur ein erster Schritt. Noch im Herbst wolle man im Stadion freien WLAN für alle anbieten. »Wir wollen unsere Partnerschaft auf neue Füße stellen«, sagt Draussing, der einst in der zweiten und dritten Handball-Liga gespielt und gecoacht hatte und vor einem Jahr die Geschäftsführung der Stadtwerke übernommen hat.

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