EC Bad Nauheim

Pfeifkonzert zur Schlusssirene

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim zeigt fünf Tage nach dem Derby-Erfolg in Frankfurt sein zweites Gesicht und unterliegt den Heilbronner Falken mit 2:6. Radek Krestan und Harry Lange treffen.
15. Dezember 2017, 22:41 Uhr

Von Michael Nickolaus , 3 Kommentare
Radek Krestan fälscht einen Schuss zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich ab. Am Ende unterliegen die Roten Teufel den Heilbronner Falken mit 2:6. (Foto: Nici Merz)

EC Bad Nauheim


Nach etwas mehr als zwei Stunden war’s dann endlich vorbei. Für die Spieler. Und auch für die Zuschauer. Ein Pfeifkonzert, das man in dieser Saison so noch nicht im Colonel-Knight-Stadion gehört hatte, begleitete die Roten Teufel auf ihrem Weg in die Kabine. Mit 2:6 (2:2, 0:1, 0:3) unterlag Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim den Heilbronner Falken. Einmal mehr hatten die Wetterauer die große Möglichkeit, den Abstand gegen einen Verfolger von den Playdown-Rängen zu vergrößern, verpasst, und selten zuvor in diesem Winter hatten Dutzende der 1784 Zuschauer das Stadion schon Minuten vor der Schlusssirene verlassen.

 
Fotostrecke: EC Bad Nauheim - Heilbronner Falken

»Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren. Und letztlich hat sich die Unzufriedenheit der Zuschauer auch auf die Mannschaft übertragen«, sagte Petri Kujala, der Coach der Gastgeber, während Gerhard Unterluggauer, Trainer der Falken, zufrieden sein konnte. »Alle Reihen haben getroffen. Wir haben kompakt gestanden. Ich bin sehr zufrieden«. Alarmierend: Cody Sylvester und James Livingston, die beiden Kanadier der Roten Teufel, standen gleich bei vier Gegentreffern auf dem Eis. Eric Meland, ein weiterer Kontingentspieler, bei drei Gegentoren.

 

Fünf Tage nach dem furiosen Derby-Fight in Frankfurt fragte sich so mancher, ob denn da tatsächlich die Mannschaft spiele, die bei den Löwen so leidenschaftlich agiert hatte. Bad Nauheim verlor im Grunde genommen jeden Zweikampf, leistete sich zudem ungenaue Pässe und teils haarsträubende Abspielfehler. Ein Gefühl, das Spiel nach dem 2:3-Rückstand (23.) noch einmal drehen zu können, wollte angesichts der völlig harmlosen Offensive zu keinem Zeitpunkt aufkommen. Nach vorne lief einfach nichts. Da verzerren die 36:27 Torschüsse, die in der offiziellen Statistik geführt werden, das Bild.

Beschämend: das Über- und Unterzahlspiel. Während der insgesamt zwölf Minuten mit einem Spieler mehr drohte mehr Gefahr für das eigene als das gegnerische Tor, was durch den Gegentreffer zum 2:3-Zwischenstand, den Henry Martens in Unterzahl für Heilbronn erzielte, unterstrichen wurde.

Bad Nauheim traf per Doppelschlag mit den ersten beiden Torschüssen durch Radek Krestan (ein Dusan-Frosch-Schlenzer wurde abgefälscht/2.) und Harry Lange (Torwart Marcel Melichercik schlug sich den Puck nach Rückhandschuss selbst mit der Stockhand über die Linie/2.), und das 2:2 nach 20 Minuten ging noch in Ordnung. Spätestens aber ab dem erneuten Führungstreffer der Gäste (23.) waren die Falken mit einer kombinationssicheren, zweikampfstarken Darbietung spielbestimmend. Kurz vor Schluss schied Nico Kolb mit einer Handgelenksverletzung aus aus (Einsatz am Sonntag fraglich).

EC Bad Nauheim: Bick - Meland, Slaton, Woidtke, Mannes, Ketter, Erk - Livingston, Sylvester, Reimer, Krestan, McNamee, Frosch, Lange, Meisinger, Kolb, Ratmann.

Heilbronner Falken: Melicherik - Heywood, Kronthaler, Götz, Martens, Eckl - Alderson, Maylan, Ross, Lavallee, Heatley, Helms, Kirsch, Schlenker, Bernhardt, Gelke, Fink, Palka.

Steno: Tore: 0.1 (1.) Alderson (Maylan, Ross), 1:1 (2.) Krestan (Frosch, Woidtke), 2:1 (2.) Lange, 2:2 (19.) Gelke (Götz, Martens), 2:3 (23.) Martens (Helms - 4-5), 2:4 (43.) Ross (Götz), 2:5 (50.) Kirsch (Martens, Kronthaler), 2:6 (52.) Heywood (Gelke). - Schiedsrichter: Patrick Gogulla/Dominic Erdle. - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Heilbronn 12. - Zuschauer: 1784.

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