Herausfordernd

Hieronymi will an starke Leistungen anknüpfen

Auf Lars Hieronymi warten in den kommenden Monaten große Herausforderungen. Denn der Sprinter des TSV Friedberg-Fauerbach darf in der nächsten Saison nur noch bei den Aktiven starten.
07. September 2017, 14:00 Uhr
Lars Hieronymi durfte in dieser Saison noch in der U23 starten. In der nächsten Saison will der Friedberger bei den Aktiven den nächsten Entwicklungsschritt machen. (Foto: pv)

In diesem Jahr verteidigte Lars Hieronymi seinen Titel als süddeutscher U23-Meister über die 200-Meter-Distanz mit einer Zeit von 21,28 Sekunden. Um solche Erfolge feiern zu können, trainiert der 22-Jährige hart. Sein Trainingsaufwand ähnelt dem eines Profisportlers – und daher ist es für ihn nicht immer leicht, Sport und Studium zu verbinden. »Zeit für Freizeitaktivitäten ist aber durchaus vorhanden«, sagt Hieronymi und fährt fort: »Wenn ich Freizeit habe, genieße ich es, einfach mal die Seele baumeln zu lassen oder Schiffe, Flugzeuge und Quadrocopter zu basteln und ferngesteuert in Bewegung zu setzen.« Seine Freundin Lilli Thomalla zeigt viel Verständnis für die zeitlichen Engpässe Hieronymis und unterstützt ihn. Da sie ebenfalls in Friedberg leistungsorientiert Leichtathletik betreibt (400-Meter-Hürden), ist vieles freilich leichter.

In puncto Zeitmanagement hat Hieronymi kein Problem. Zum Gesprächstermin erscheint er pünktlich am Burgfeld in Friedberg. Aufgeschlossen erzählt er über seinen sportlichen Werdegang, den Trainingsalltag und seine nächsten Ziele. Einfach dürfte die nächste Saison nicht werden, denn im kommenden Jahr darf er nur noch bei den Aktiven starten und muss sich daher ganz neuen Herausforderungen stellen. Den Drang zum Sport entwickelte Hieronymi als Kleinkind – und seine Eltern förderten dies. Zunächst probierte er sich in mehreren Leichtathletik-Disziplinen aus, ehe er sich auf die Sprintstrecken konzentrierte. Bis vor neun Jahren trainierte er in Frankfurt-Nieder-Eschbach und Butzbach, ehe er zum TSV Friedberg-Fauerbach wechselte. In der Kreisstadt trainierte er zunächst in der Gruppe von Fred Kullack und erarbeitete sich wichtige Grundlagen. 2014 wechselte er dann in die leistungsorientierte Abteilung von Volker Weber. Von da an änderte sich Hieronymis Training grundlegend, fortan trainierte er intensiver. »Nach so manchen Trainingseinheiten kann ich richtig gut schlafen«, gesteht der 22-Jährige schmunzelnd. Hieronymi setzte neue Trainingsschwerpunkte und übte planvoller. Eine durchschnittliche Trainingswoche besteht aus fünf Einheiten zu je zwei Stunden.

Neben dem Grundlagentraining mit Koordinations- und Stabilisierungsübungen sowie Läufen gehört auch die »geliebte Einheit« (Hieronymi) im Kraftraum dazu. Hinzu kommen die von Trainer Volker Weber konzipierten Trainingseinheiten, die ganz genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt sind.

»Wichtig im Training ist für mich ein angenehme Klima und eine positive Stimmung in der Gruppe«, sagt Hieronymi, dessen Gruppe hauptsächlich aus U20- und U23-Athleten besteht. Der Nachwuchssportler zeichnet sich durch eine ruhige, besonnene Art aus. »Man kann einfach alles mit ihm bereden«, betont Trainer Weber, der mit der Trainingseinstellung seines Schützlings sehr zufrieden ist. Daher ist es ein logischer Schritt, dass die Beiden im kommenden Jahr ihre Zusammenarbeit fortsetzen werden. Zu seiner Motivation befragt, erläutert Hieronymi, dass ihn seine Erfolge immer wieder antreiben würden. »Natürlich kommt es hin und wieder auch mal vor, dass ich mich in den Hintern treten und mich für die nächste Trainingseinheit aufraffen muss«, räumt Hieronymi allerdings.

Solche Situationen kommen allerdings nicht regelmäßig vor. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse besteht darin, dass er »das Training zum Alltag macht« und die Einheiten vollständig in seinen Lebensrhythmus integriert. Hierbei hat eine sportlergerechte Ernährung freilich eine hohe Bedeutung. Der Student hat zwar keinen speziellen Ernährungsplan, isst aber ausgewogen und nimmt viel Obst und Gemüse zu sich. »Ich koche selbst sehr gerne«, sagt Hieronymi, räumt aber ein: »Wenn die Zeit mal knapp ist, dann kommt auch schon mal eine Tiefkühlpizza in den Ofen.« Eine schmerzhafte Zerrung im Aufbautraining auf Kreta im Frühjahr 2017 hätte ihn fast ausgebremst. »So etwas kommt leider vor und gehört zum Sport dazu«, blickt Hieronymi auf diese schwere Zeit zurück. Der Nachwuchssportler ließ sich sofort ärztlich und physiotherapeutisch behandeln – und vor allem hörte er auf seinem Körper. »Ein zu früher Trainingsbeginn wirkt sich in der Regel negativ auf die weitere Regeneration aus«, weiß Hieronymi. Nach seiner Zwangspause begann er mit Aquajogging. »Aquajogging mit Hüftgürtel, ist sehr anstrengend, aber nicht gerade mein Lieblingssport«, so Hieronymi. Bei Verletzungen oder Erkrankungen ist er vorsichtig, denn manche Arzneimitteln stehen auf der Dopingliste. »Ich nehme daher lieber mal ein homöopathisches Mittel, um auf Nummer sicher zu gehen,« sagt der Nachwuchssportler.

 

Start in Bad Nauheim

 

Diese Saison ist für Hieronymi fast beendet. Am kommenden Samstag und Sonntag wird er noch am »Jedermann-Zehnkampf« in Bad Nauheim teilnehmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte er daran teilgenommen und positive Eindrücke gesammelt: »Das hat mir viel Spaß gemacht«, erinnert sich Hieronymi. Anschließend folgt eine kurze Pause, ehe er Mitte Oktober in das Wintertraining einsteigt. Danach folgt erst einmal eine sportliche Pause, ehe er Mitte Oktober das Wintertraining in Angriff nimmt.

Für die kommende Saison setzt sich Hieronymi nicht größer unter Druck. »Zuerst einmal möchte ich die Zeiten von diesem Jahr bestätigen und daran anknüpfen«, sagt der 22-Jährige und fügt hinzu: »Das erste Jahr bei den Aktiven wird schwer genug. Dennoch will ich versuchen auf mich aufmerksam zu machen.«

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