Eishockey

Schäfer holt historisches WM-Gold Nürnberg verdrängt Berlin von der Tabellenspitze Klare Angelegenheiten Dibaba mit der zweitschnellsten Zeit

Es war die Krönung einer großartigen WM für die deutschen Turnerinnen. Am einstigen Zittergerät Schwebebalken präsentierten sich Pauline Schäfer und Tabea Alt in Glanzform und holten Gold und Bronze. Ein historisches Resultat für das deutsche Turnen.
08. Oktober 2017, 22:39 Uhr
Tränen fließen bei der neuen Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer (r.), die von der WM-Dritten Tabea Alt umarmt wird. (Foto: dpa)

Pauline Schäfer hatte schon kurz nach ihrem grandiosen Auftritt Tränen in den Augen. Die Chemnitzerin hat am Sonntag in Montreal am Schwebebalken die erste Goldmedaille für Athletinnen des Deutschen Turnerbundes in der Geschichte von Weltmeisterschaften erkämpft. Tabea Alt komplettierte den deutschen Triumph mit Bronze. Freudig lagen sich die beiden Deutschen auf dem Podium in den Armen und feierten das historische Resultat. Mit ihrer glänzenden Darbietung vor 10 000 Zuschauern im ausverkauften Olympic Stadium kam Pauline Schäfer auf 13,533 Punkte und beeindruckte die Konkurrenz. Den letzten Titel der Deutschen hatte vor 30 Jahren die Berlinerin Dörte Thümmler am Stufenbarren für die DDR geholt. Am Schwebalken hatte Maxi Gnauck 1981 den bislang letzten WM-Titel für die Deutschen geholt.

»Was soll ich sagen? Mir fehlen die Worte«, meinte Pauline Schäfer nach dem Triumph fassungslos. Gemeinsam mit ihrem Freund Andreas Bretschneider hatte sie auch in der Mixed-Zone noch weitere Tränen verdrückt. »Ich bin froh, dass alles ein so gutes Ende genommen hat«, sagte sie fast flüsternd und rang um jedes Wort.

Die nach Bestwerten im Vorkampf und im Mehrkampf-Finale favorisierte Tabea Alt aus Ludwigsburg bot die schwierigste Übung der Konkurrenz (Ausgangswert 5,7), leistete sich aber kleinere Wackler. Dennoch freute sich die 17-Jährige am Ende bei ihrem WM-Debüt riesig über Bronze (13,300). »So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das Einturnen war nicht optimal, aber ich wusste: Ich bin eine gute Balken-Turnerin. Und ich habe mein Ding gemacht«, sagte der Team-Youngster.

Schäfer bestach vor allem mit der Perfektion ihrer Übung. Nachdem ihr in der Schwierigkeit ein Element anerkannt wurde, das die Kampfrichter in der Qualifikation noch negiert hatten, erreichte sie im Ausgangswert zwei Zehntel mehr und durfte sich über eine höhere Wertung als in der Qualifikation freuen. Das brachte ihr den Titel, den niemand von ihr erwartet hatte.

Bereits vor zwei Jahren in Glasgow hatte sie WM-Bronze am einstigen Zittergerät der Deutschen gewonnen. »Endlich mal ein Erfolgserlebnis«, hatte Schäfer schon beim Einzug in das Finale erzählt, einen Gedanken an Gold hatte sie da nicht verschwenden können.

Gegenüber den Leistungen der Damen verblasste der Auftritt von Marcel Nguyen, der als einziger der deutschen Männer das Finale erreicht hatte. Am Barren kam der Olympia-Zweite auf Platz sieben (14,70 Punkte). »Ich hatte ein paar Probleme mit der Präparierung des Geräts und musste ein Element weglassen. Das war etwas blöd, aber es war natürlich cool, in dieser Atmosphäre zu turnen«, meinte er nach dem ersten WM-Finale seiner Karriere. Der Sieg ging an den überragenden Chinesen Zou Jingyan (15,90).

Die Nürnberg Ice Tigers haben die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey Liga übernommen. Die Franken setzten sich am Sonntagabend mit 5:4 (2:3, 3:0, 1:0) gegen die Straubing Tigers durch und verdrängten damit die Eisbären Berlin auf den zweiten Rang. Brandon Segal, zweimal David Steckel, Steven Reinprecht und Patrick Buzas erzielten die Treffer für den neuen Spitzenreiter. Mike Hedden, Maury Edwards und zweimal Mike Connolly trafen für Straubing.

Die Eisbären hatten sich zuvor zwar den achten Saisonsieg geholt, diesen gegen die Augsburger Panther aber hart erkämpft. Die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp kam zu einem 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen. Matchwinner für Berlin war Jamie MacQueen, der zunächst mit einem Penalty (57. Minute) das 0:1 durch Augsburgs Trevor Parkes (24.) ausglich und im Shootout das entscheidende Tor zum Extrapunkt erzielte.

Meister EHC Red Bull München kam im Topspiel gegen die Adler Mannheim zu einem 4:2 (1:0, 2:2, 1:0). Michael Wolf, Konrad Abelsthauser, Brooks Macek und Jason Jaffray waren für die Mannschaft von Trainer Don Jackson erfolgreich. Chad Kolarik und Garrett Festerling trafen für die Adler. München bleibt nach dem wichtigen Sieg Dritter.

Der VfB Friedrichshafen hat seinen Supercup-Titel im Duell mit dem deutschen Volleyball-Meister BR Volleys verteidigt. Der Pokalsieger setzte sich am Sonntag in Hannover mit 3:1 (23:25, 25:18, 25:18, 25:19) durch und gewann wie im Vorjahr das Aufeinandertreffen mit den Berlinern. Vor 5796 Zuschauern in der TUI-Arena bekam Friedrichshafen das Geschehen nach dem knapp verlorenen ersten Satz immer besser in den Griff und verdarb dem neuen Volleys-Trainer Luke Reynolds die Pflichtspielpremiere.

Vor allem gegen VfB-Angreifer David Sossenheimer (18 Punkte) fehlten den Berlinern über weite Strecken die Mittel. Erfolgreichster Angreifer beim Verlierer war Paul Carroll mit 14 Punkten. Schon ein Jahr zuvor bei der Premiere dieses Wettbewerbs hatte sich Friedrichshafen mit 3:0 gegen die Volleys durchgesetzt.

Unter den Augen von Bundestrainer Andrea Giani begann Berlin konzentriert. Doch der anfängliche Schwung war schnell vorbei. Im zweiten Durchgang verschaffte sich der VfB früh eine komfortable 8:3-Führung. Die folgende Aufholjagd der BR Volleys endete beim Stand von 11:12, danach setzte sich der Kontrahent uneinholbar ab. Fortan fanden die Friedrichshafener stets die besseren Lösungen.

Bei den Frauen holten die Volleyballerinnen des Schweriner SC den Supercup. Der Meister bezwang den Pokalsieger Allianz MTV Stuttgart im Schnelldurchgang mit 3:0 (25:17, 25:14, 25:18). Es war die Neuauflage des Finales um die deutsche Meisterschaft. Ende April hatte Schwerin beim glatten 3:0 im Playoff-Endspiel gegen die Schwäbinnen zum elften Mal den Titel geholt. Auch diesmal hatte die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski keine großen Probleme und entthronte Stuttgart, das im vergangenen Jahr die erste Supercup-Auflage gegen Dresden noch mit 3:1 gewonnen hatte.

Mit einer persönlichen Bestzeit gewann der US-Amerikaner Galen Rupp die 40. Auflage des Chicago-Marathon. Der Olympia-Dritte von Rio überquerte am Sonntag (Ortszeit) bei strahlendem Sonnenschein nach 2:09:20 Stunden die Ziellinie. Rupp ist der erste amerikanische Sieger des Chicago-Marathon seit 2002. Damals gewann Khalid Khannouchi mit einer Zeit von 2:05:56 Stunden.

Für den 31-Jährigen war es der erste bedeutende Marathon-Sieg seiner Karriere. Beim diesjährigen Boston-Marathon im April belegte Rupp den zweiten Platz. Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel im Grant Park konnte sich Rupp von Titelverteidiger Abel Kirui absetzen. Der Kenianer belegte am Ende nach 2:09:48 Stunden den zweiten Platz, gefolgt von Landsmann Bernard Kipyego (2:10:23). Bei den Frauen setzte sich Tirunesh Dibaba mit der zweitschnellsten jemals in Chicago gelaufenen Zeit durch. Die 32-Jährige erreichte nach 2:18:31 Stunden das Ziel. Nur die Britin Paula Radcliffe (2:17:18) bewältigte 2002 die Strecke schneller als Dibaba. Für die Äthiopierin war es der erste Marathon-Erfolg ihrer Karriere. Die Kenianerin Brigid Kosgei (2:20:22) und die US-Amerikanerin Jordan Hasay (2:20:57) sicherten sich die weiteren Podiumsplätze.

Unterdessen hat Mario Wernsdörfer den 32. München-Marathon gewonnen. Der 30-Jährige von der LG Bamberg kam am Sonntag nach 2:27:50 Stunden als Sieger ins Ziel in der bayerischen Landeshauptstadt. Zweiter wurde der Passauer Florian Stelzle in 2:29:20 Stunden vor dem Norweger Eivind Flugstad Östberg (2:33:31). Im Frauenrennen setzte sich nach 42,195 Kilometern die Münchnerin Bianca Meyer in 2:49:35 Stunden durch. Mit deutlichem Rückstand kamen zwei Läuferinnen aus der Schweiz auf die weiteren Plätze: Nicole Battaglia-Kubli wurde in 3:05:16 Stunden Zweite vor Karin Etter-Quabeck (3:11:52).

Schlagworte in diesem Artikel

  • Adler Mannheim
  • Don Jackson
  • Eisbären Berlin
  • Gold
  • Karriere
  • MTV
  • Michael Wolf
  • Nürnberg Ice Tigers
  • Paula Radcliffe
  • Schwebebalken
  • Schweriner SC
  • Tabellenführung
  • Tirunesh Dibaba
  • Turnerinnen
  • Uwe Krupp
  • VfB Friedrichshafen
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.