Wöllstadt

Giftköder im Feld: Hundehalter haben Angst um ihre Tiere

02. Dezember 2011, 18:23 Uhr
Cornelia Baumgaertner und ihre Helfer haben zweimal gefährliche Giftköder während der vergangenen Wochen gefunden. (Foto: ihm)

Schock für Cornelia Baumgaertner. Unterwegs mit Mischling »Cora« und den Schäferhündinnen »Aida« und »Gesi« war sie, als »Gesi« plötzlich etwas vom Boden fressen wollte. »Ich nahm es ihr aus dem Maul und warf es weg. Dabei roch ich etwas chemisches. Das Teil zerbröselte.« Baumgaertner schaute nach: Ein Köder, der aussah wie eine Frikadelle und innen türkis gefärbt war: »So wie Rattengift.« Mit dem Handy rief sie ihre Kollegin an, die ebenfalls gerade Hunde ausführte. Zusammen suchten die Frauen weitere Köder, noch beim Zurückgehen verständigte die Hundehalterin den Tierarzt. Anschließend brachte sie ihre Schützlinge in die Tierklinik nach Neu-Anspach. Dort bekamen die Hunde eine Spritze, um zu erbrechen. Der Veterinär bestätigte: Es waren Giftköder. Das ist drei Wochen her.

Baumgaertner ist Vorsitzende der Hundenothilfe. Der Verein betreut und vermittelt Vierbeiner aus In- und Ausland, die allesamt schwere Schicksale hinter sich haben: So wie »Gesi«, deren früherer Besitzer ihre Hinterläufe mit einer Schlinge zusammenband. Sitz ist seit drei Jahren der Hundeschutzhof bei Nieder-Wöllstadt. Die Tiere leben in einem geräumigen Holzhaus, mit zwei saalartigen Räumen, eingerichtet mit Matratzen und Körbchen. Auch Möglichkeiten, draußen herumzutollen, gibt es. Das reicht den Hunden aber nicht, sie müssen regelmäßig spazieren gehen. Der Verein hat viele Helfer, die sie Gassi führen. Täglich zwischen 15 und 18 Uhr kann man kommen.

Ein Hundeparadies, wie man merkt, wenn man das Holzhaus betritt: Zwölf Vierbeiner begrüßen interessiert den Besucher. Keine gefletschten Zähne, kein Knurren. »Die Tiere sind entspannt, wir tun auch viel für sie«, sagt Baumgaertner.

Gassi-Geher haben Angst

Manche Helfer trauen sich jetzt nur noch, ein kurzes Stück mit den Tieren zu laufen. Zwar sind die Hunde immer an der Leine, wodurch sie im Auge bleiben – Gefahr besteht aber trotzdem. Beklemmend. Schon letztes Jahr hatte ein Tierquäler auf dem Feldweg Köder ausgelegt, die vergiftet waren. Der Verein erstattete Anzeige, bislang wurde der Täter nicht gefasst.

Nicht nur die Hundenothilfe ist von den Giftanschlägen betroffen: Auch viele Bürger aus Nieder-Wöllstadt gehen Gassi am Feld. Eine Reiterin erzählte Baumgaertner, ihr Labrador habe ebenfalls Giftiges aufgelesen. Der Verein schaltete nun erneut die Polizei ein, nachdem letzte Woche ein weiterer Hund in die Klinik musste.

»Wir gehen der Sache nach«, sagt Polizeisprecher Jörg Reinemer. Vor zwei Wochen sei es in Petterweil zu einem ähnlichen Fall gekommen. »Ein Unbekannter warf einen Hackfleischbrocken mit Mäusegift auf eine Terrasse.« Die Halterin habe das jedoch rechtzeitig bemerkt. In Bönstadt habe es dieses Jahr ebenfalls einen Fall mit vergifteten Ködern gegeben.

Zu unterscheiden sei zwischen gezielten Anschlägen, die sich gegen einen bestimmten Hund richten und Attacken gegen einen unbestimmten Kreis. Das Auslegen sei nicht nur gefährlich für Tiere, so Reinemer, sondern auch für Kinder. Der Polizeisprecher rät, Giftköderfunde umgehend anzuzeigen.

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