Wetteraukreis

Ausstellung: »Asyl ist Menschenrecht«

08. März 2015, 18:43 Uhr
Bei der Eröffnung (v. l.): Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel, Integrationsbeauftragter Josef Bercek, Andreas Balser und Cornelia Wenk (beide AntifaBI). (Foto: pv)

Die von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zusammengestellte Ausstellung macht deutlich, »dass die Herausforderungen an uns und an die Staaten Europas, sich ihrer Verantwortung für den Schutz der Menschen zu stellen, wächst«, sagte Sozialdezernent Betschel bei der Eröffnung. In der Ausstellung wird den Fragen nachgegangen, was die Staaten Europas unternehmen, um den humanitären und politischen Anforderungen gerecht zu werden, wie sie gegenüber Flüchtlingen an ihren Grenzen agieren und wie es mit der Bereitschaft aussieht, Menschen aufzunehmen und ihnen eine Lebensperspektive zu geben.

Die Bilder zeigen die Lage in Kriegs- und Krisengebieten sowie den Nachbarregionen. Die Ausstellung informiert auch über Fluchtursachen sowie Fluchtwege und berichtet über die Situation an den EU-Außengrenzen sowie im Inneren Europas und Deutschlands. Immer wieder werden auch einzelne Fälle vorgestellt, die deutlich machen, wie dramatisch die Lage vieler Flüchtlinge ist. In manchen europäischen Ländern wie Malta würden Flüchtlinge laut Pro Asyl wie Straftäter behandelt und inhaftiert.

Mehr als 50 Millionen Menschen sind heute weltweit auf der Flucht, so viele wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Nach Deutschland kamen rund 0,4 Prozent der Flüchtlinge. Asylbewerber seien nur eine kleine Gruppe der Einwanderer nach Deutschland. »Im Jahr 2013 kamen 884 000 Menschen nach Deutschland. Davon haben 110 000, das sind etwas mehr als 12 Prozent, einen Asylantrag gestellt«, erklärten Vertreter von Pro Asyl. Betschel mahnte deshalb die Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen an. Gut sei, dass die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme erleichtert wurde. Allerdings gelte für die ersten drei Monate nach wie vor ein absolutes Arbeitsverbot.

Der Sozialdezernent sprach sich zudem für eine bessere und schnellere Vermittlung von Deutschkenntnissen aus. Dafür müssten allerdings die entsprechenden Finanzmittel vom Bund bereitgestellt werden und das Bundesamt mehr Fortbildungen zum Erwerb des Zertifikat bereitstellen, das zur Durchführung von Integrationskursen befähigt. Gleichzeitig müssten die Voraussetzungen zur Anerkennung abgeleisteter Unterrichtsstunden entschärft werden. Derzeit fehle es an anerkannten Deutschlehrern für diese Personengruppe.

Die Ausstellung wird im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im 1. Stock des Kreishauses, Gebäude B, während der Öffnungszeiten gezeigt: montags bis mittwochs von 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12.30 Uhr. Die Ausstellung endet am 30. März.

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