Rosbach

Damit nichts vors Auto läuft: Wildschweinjagd an der A 5

22. November 2012, 12:03 Uhr
Nach dem Ende der Jagd wird die Strecke verblasen. (Foto: pv)

Das sonst so typische Bellen der Jagdhunde war jedoch nur selten zu vernehmen. Grund hierfür, so erklärte Hendrik Becker von der Hegegemeinschaft Taunus Süd, sei die besondere Situation entlang der A 5. Durch den dichten Brombeerbewuchs hat sich das für Spaziergänger, Jogger, Mountainbiker oder Hunde unzugängliche Areal unterhalb der Autobahn zu einem beliebten Rückzugsgebiet für das heimische Schwarzwild entwickelt. Da es in nördlicher Richtung der A 5 jedoch keinen Wildschutzzaun gebe, könnten die zuständigen Jäger nur äußerst vorsichtig jagen und versuchen, den enormen Fortpflanzungsraten der Wildschweine Einhalt zu gebieten.

Aus diesem Grunde wurde bewusst auf den vermehrten Einsatz von Jagdhunden verzichtet. Stattdessen wurde versucht, das Wild behutsam aufzuscheuchen und vor die Büchsen der im Wald postierten Jäger zu bringen. »Die Sicherheit aller Beteiligten – und dazu gehören vor allem die Verkehrsteilnehmer – hat für uns oberste Priorität«, sagte Becker. So gehörte zu den weiteren Vorsichtsmaßnahmen auch das frühzeitige Kontaktieren der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. »Die Zusammenarbeit mit der Behörde und mit der hiesigen Autobahnmeisterei hat sehr gut funktioniert«, lobte Becker.

Wildsau kontra Anwohnerin

So warnten Verkehrsschilder mit dem Hinweis »Achtung Wildwechsel« vor möglichen Gefahren. Dass es keine Garantie auf Sicherheit gibt, zeigte ein Zwischenfall im Randgebiet von Ockstadt. Hier kam es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Zusammenstoß zwischen einem Wildschwein und einer Anwohnerin. Normalerweise sind Wildschweine scheue Tiere und flüchten sofort, wenn sie auf Menschen stoßen. Sollte es zu einer direkten Konfrontation kommen, sollte man sich umgehend zurückziehen oder ins Auto flüchten, rät Becker. Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Tiere zu vertreiben – dadurch würden sie unnötig gereizt. Auf keinen Fall sollten Hunde auf Wildschweine gehetzt werden, die sich ihrer dicken Schwarte dank ihres wehrhaften Gebisses zu wehren wissen.

Der Respekt vor Wildschweinen scheint auch ein Grund gewesen zu sein, warum die aufgestellten Warnhinweise von Spaziergängern und anderen Naturfreunden ernst genommen wurden. »Ich habe überwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Es wurden nur wenige Ausnahmen beobachtet«, informierte Becker. Schließlich lag am Ende des Jagdtages die beachtliche Zahl von 33 Wildschweinen, 22 Rehen und neun Füchsen auf der Strecke. »Wir haben mit diesem Ergebnis einmal mehr gezeigt, dass das Konzept der revierübergreifenden Jagd ein wichtiger Baustein zur Eindämmung der Schwarzwildbestände ist.« Darüber hinaus freue er sich, dass ein Fuchs mit Räudebefall im Frauenwald bei Bad Nauheim erlegt werden konnte. Denn die Fuchsräude sei auch auf Hunde übertragbar.

Weitere Bewegungsjagden sollen organisiert werden. So steht die nächste Jagd der Hegegemeinschaft unmittelbar bevor: Am Samstag zwischen 9 und 15 Uhr geht es wieder auf Wildschweinjagd – doch diesmal nicht unter-, sondern in den Waldrevieren oberhalb der A 5.

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